Podcast-Folge 17: Drum'n'Bass
Iaka – Es rappelt im Karton (plainaudio.com)

Mit Hammer und Skalpell
Erst kaputt hauen, dann in Kleinstarbeit wieder zusammensetzen: Der Drum’n’Bass-Produzent Iaka baut düstere Tracks aus Rhythmus-Stückchen.
Von Moritz „mo.“ Sauer
Iaka (http://www.plainaudio.com/dnb/artists/iaka.html), Kopf des Netlabels Plainaudio, rollt uns mit Es rappelt im Karton eine schwere und düstere Ladung Bass vor die Füße. Der alten Drum’n’Bass-Schule rund um Großmeister Photek (http://www.photekproductions.com/) verpflichtet, reduziert der Hamburger DJ seine Produktionen auf das Wesentliche: einen tief gelegten Bass, wissenschaftliche Rhythmuslehre und reduziert eingesetzte, düstere Klänge.
Für die drei Stücke Rumpelkiste, Noloop und Zappenduster wurden mehr als zwanzig Drumloops (http://de.wikipedia.org/wiki/Loop_%28Musik%29) seziert. Wie ein Chirurg setzt Iaka die Bruchstücke wieder liebevoll zu neuen Rhythmusmustern zusammen. Darüber legt er spärlich, aber effektvoll eingesetzte Klänge und entwickelt so eine düstere Atmosphäre. Das Ergebnis klingt wie der imaginäre Soundtrack zu einem Ego-Shooter und beschwört Bilder von Verfolgungsjagden durch dunkle Bunker herauf, die immer wilder und gehetzter werden. Und als ob der Bass Muskeln hätte, tippt er uns konstant mit kräftigem Finger auf die Brust. Großes, böses und gewaltiges Kino-Gewitter.
Anspieltipp