Funky RSS - Die ganze Welt im Nachrichtenüberblick

Funky RSS - Die ganze Welt im Nachrichtenüberblick

Auge

Die eigene digitale Zeitung stellen sich pfiffige Benutzer heutzutage selbst zusammen. Dazu benutzen sie ein Programm, dass sich Feedreader, News-Aggregator oder auch RSS-Client nennt. Lästiges Absurfen war gestern, heute wird individuell serviert ohne Banner-Alarm und nur das, was interessiert.

Text: Moritz Sauer

Feedreader sind Lese-Programme, die sich des RSS-Datei-Formats bedienen. Diese Datei suchen sich die Reader von den unterschiedlichen Webseiten zusammen, um sie schön sortiert nach den Wünschen des Benutzers darzustellen. Damit erledigt sich lästiges Absurfen der Webseiten und das Programm zeigt an, was neu und was schon gelesen wurde.

RSS, sozusagen das Futter für die Aggregatoren, ist hierbei eine Datei im XML-Gewand. XML ist eine Ausschreibungssprache, die Daten in Containern abspeichert. XML und so auch RSS können aufgrund ihrer Eigenschaften (Syntax) plattformübergreifend verarbeitet werden. Ganz nach dem Motto »one to serve them all«. Ob Betriebssysteme wie Linux, Windows oder Mac, ob Software auf Mobiltelefonen, PDAs oder mp3-Playern - überall kann RSS aufgrund seines Charakters interpretiert und verarbeitet werden, sofern die Software dazugeschrieben wurde. Das kennzeichnet den Erfolg von RSS.

Wie finde ich RSS-Dateien?

RSS-Dateien gibt es in unterschiedlichen Versionen und sogar in einem neuen Gewand, dass sich Atom nennt. Darum brauchen sich Normal-Benutzer aber nicht zu kümmern, da die aktuellen News-Reader sämtliche Formate und ihre Eigenschaften »verstehen«.

Die RSS-Nachrichtenticker findet man mittlerweile fast auf jeder Seite eines Weblog und auch jedes größere Nachrichtenportal von spiegel.de über Heise-News bis hin zu stern.de bietet sie an. Die Nachrichtenquellen erkennt man manchmal an orangefarbenen XML-Buttons, individuellen RSS-Icons oder normalen Links, die auf die Datei direkt verweisen. Den RSS-News-Ticker der Netzkritik finden sie z.B. jeweils in der rechten Spalte unserer Webseiten.

Natürlich gibt es auch RSS-Portale, die einem wie Yahoo und Konsorten, jede Menge Feeds thematisch sortiert anbieten. Im deutschsprachigen Raum gehören dazu vor allem:

Weitere englischsprachige und internationale Feeds findet man auf den etablierten RSS-Portalen:

Newsaggregatoren: Der technisch perfekte Nachrichtenüberblick

Open Source: Firefox: Sage Plugin

Der Browser unseres Herzens ist Firefox. Mittlerweile versteht dieser auch schon von Haus aus RSS. Richtig komfortabel wird es aber erst mit der Extension, dem Sage Plugin. Dass integriert sich wie eine weitere Funktion, lässt sich mit der Tastenkombination ALT+S oder per Icon auf und zuklappen und ist denkbar leicht zu bedienen. Schon die Installation ist lediglich einen Klick entfernt und installiert das 65kb Leichtgewicht innerhalb von Sekunden.

Sage Plugin

Die verschiedenen Feeds kann man in einem eigenen Ordner innerhalb der Bookmarks sortieren und kategorisieren. Das erhöht die Übersicht. Die Feeds werden einerseits in der ausklappbaren Leiste dargestellt und im Hauptfenster des Browsers. Von dort aus kann man dann die gewünschten Nachrichten direkt oder in einem weiteren Tab öffnen. Für die Suche in der Blogosphäre bietet das Plugin eine eigene Suchfunktion für die Suchdienste Feedster, Daypop, Blogdigger, Bulkfeeds und Feedback. Für News-Profis wird Sage trotz der Sortierfunktionen schnell zu unübersichtlich. Für einen schnellen Blick in die Hauptschlagzeilen ist das kleine Werkzeug jedoch unschlagbar.

Link: http://sage.mozdev.org

Kostenlos: Awasu und Sharpreader

Für Newsaggregatoren brauch man in der Regel nichts zu zahlen. Zu den etablierten Größen auf der Windows-Plattform gehören unter anderem Awasu und der Sharpreader. Beide englischsprachigen Programme kommen mit einer Fülle von Funktionen daher.

Während der Sharpreader die schwergewichtige .Net-Laufzeitumgebung benötigt, funktioniert Awasu als Desktop-Programm selbstständig. Der Sharpreader beschränkt sich zwar auf die wesentlichen Funktionen, löst aber einige Details besonders elegant. So lassen sich Feed-Einstellungen unterhalb der Feed-Liste einblenden. Über eine interne Plugin-Schnittstelle können externe Weblog-Editoren eingebunden werden.

Die Bedienoberfläche von Awasu lässt sich in vielerlei Hinsicht an die Wünsche des Benutzers anpassen. So lassen sich für häufig benutzte Funktionen eigene Tastaturkürzel festlegen, können die Stilvorlagen der Darstellung von Newslisten und Nachrichten angepasst werden und auch die Oberfläche selbst. Der Aggregator stellt viele verschiedene Filter und Darstellungsweisen für die Nachrichten zu. Außerdem kann der Reader mittels Plugins erweitert werden. So lassen sich unter anderem IMAP- oder POP3-Accounts überwachen. Möchte man mehr als 100 verschiedene Feeds verwalten, muss man auf die kostenpflichtige »Advanced« Version zugreifen.

Links: http://www.awasu.com und http://www.sharpreader.net

Macintosh: Shrook

Shrook

Shrook

Shrook ist ein kostenpflichtiger News-Aggregator für MAC OS X, der 30 Tage getestet werden kann und fast analog zu iTunes funktioniert. Shrook präsentiert sich nach dem Start mit vier horizontal angelegten Spalten für die Verwaltung der Feed-Quellen, einzelnen Kanäle, News-Items und dem Browserfenster. Für letzteren verwendet der News-Feeder die Rendering-Engine von Safari.

Um den Einstieg in die Newswelt zu beschleunigen, lädt das Programm eine Bibliothek vorgegebener Newsfeeds bei Erstkontakt aus dem Netz. Aus dieser »Library« kann sich der Nachrichten-»Junkie« bedienen und Feeds abonnieren. Die Quellen können dann vom Benutzer in eigenen Kategorien angelegt und sortiert werden. Darüber hinaus verfügt Shrook über ein regelmäßiges Online-Backup der eigenen Feeds, sofern ein eigener Account angelegt wurde. Auf shrook.com können notfalls, falls kein Shrook-Client zur Hand ist, die eigenen Feeds im Browser gelesen oder mit einem auf einem anderen Computer liegenden Shrook-Aggregator synchronisiert werden.

Auch wenn es für den ausschließlich englisch-sprachigen News-Feeder keinerlei Anleitung gibt, so zeichnet sich Shrook doch durch eine schnell zu erlernende Bedienbarkeit aus. Schnell kann man Nachrichten per Email weiterleiten, auf der Festplatte oder auf dem iPod speichern als auch an den Weblog-Editor Ecto übergeben. Neben einer schnellen Suche erlaubt Shrook das Erstellen von »Smart Groups«, welche in ihrer Funktionalität eine starke Ähnlichkeit mit dem Konzept der »intelligenten Wiedergabeliste« aus iTunes aufweisen. Mit Smart Groups läßt sich anhand von verknüpfbaren Regeln eine Sortierung der News-Items durchführen.

Link: http://www.fondantfancies.com/shrook/