Phlow Magazin
Alpendub - Jo-Delay

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Das Zillertal trifft Kingston in Berlin - so lässt sich der Crossover der Band Alpendub am kürzesten beschreiben. Alpenländische Folklore wird den Klauen von Karl Moik und Co. entrissen und äußerst liebevoll in der Echokammer behandelt. Wenn das der Trenker Luis noch erleben könnte!

Das ist ja schon der Gipfel, dass ausgerechnet ein in Berlin lebender Kanadier bayrische Volksmusik im Geiste King Tubbys revitalisiert. Dabei entsteht eine orginelle Klangmixtur, die angenehm unverkopft und sogar mit Pop-Appeal daherkommt.

Auf der EP »Jo-Delay« sind 9 Tracks versammelt, die mit Zither, Kuhglocken und einer bluesigen Mundharmonika alpine Hoch-Stimmung erzeugen. Am auffälligsten ist sicher das Jodeln der Sängerin Kutzkelina. Sie tirilliert so virtuos in den höchsten Tönen, dass man glauben könnte der Prenzlauer Berg sei eine Alm. Außerdem schreibt sie für Songs wie »Böse Sennerin« und »Komm zurück« witzige Texte in bester NDW-Manier.

Wenn man sich zu diesen Ingredienzen noch dubtypische Effekte und Bässe so tief wie eine Gletscherspalte denkt, hat man eine gute Vorstellung vom Sound der Gruppe. Das Projekt nimmt sich nicht zu ernst und macht einfach Spaß.

Robert Cummings, der Mastermind von Alpendub, meint, diese Musik könne man nur lieben oder rigoros ablehnen. Entscheidet selbst.

Website: www.alpendub.de