Musikkritik
Peshay – Fuzion

Mit seinem Track »Vocal Tune« auf dem legendären ersten »Logical Progression« Sampler verdeutlichte Peshay schon 1995, dass seine Wurzeln in der House-Musik. Von sich selbst hat er auch nie behauptet ein Rave-Kid gewesen zu sein. Mit »Fuzion« legt er jetzt seine Wurzeln und Vorlieben richtig offen.

Auch wenn »Fuzion« nicht wirklich ein neues Album ist, sondern eher die Kooperation aus Peshay und seinen Labelmates ist, so läutet es doch eine neue Peshay-Ära ein.

Sein Augenmerk schwebt über allen Tracks als ausführender Produzent. Mit seinem neuen Label Cubik sagt er sich von allen Abhängigkeiten los und rockt auf housigen Tunes richtig nach vorne. War der Vorgänger eher ein nachdenkliches Werk, so steppen die Tracks auf »Fuzion« euphorisch, drücken die Basslines und werden allerlei Sampleloops und Vocal-Fetzen durch die Filter gejagt.

Auch wenn die Beats nicht immer die ausgefeiltesten und frischesten sind, so lebt das Album doch von seiner gut-gelaunten Feiermentalität und die lässt vielleicht sogar Drag-Queens desertieren und ins Breakbeat-Lager wechseln.

Glitzernde Disco-Streicher und funkige Gitarren-Licks ziehen auf »Fuzion« die Ladies auf die Tanzfläche und Peshay lässt jeden Track so richtig bouncen. Da zückt er auch gerne mal die Rave-Sirene oder schiebt sich auf dreckigem Bass mit Beats nach vorne. Sehr locker, frisch und fein das. Mehr. (Moritz Sauer)

(Cubik/ Groove Attack)

PS: Heute am 7. September 2026 in der Retrospektive hat mir dieses Album nie wirklich viel gegeben. Maximal ✪✪.