Musikkritik
Diverse – „staedtizism 4“
Die staedtizism-Compilations sind schon eine Marke für sich. Die Serie kompiliert nicht nur einfach Dagewesenes, sondern gibt den Künstlern Hausaufgaben mit nach Hause, wo immer sie auch wohnen. Denn hier wird exklusiv produziert. Und nach den Hausarbeiten »Dub«, »Jazz« und »Instrumentals« blinzelt uns nun der Funk unverschämt fröhlich aus der Rille an.
Hiphoppig und ganz im derzeitigen Lieblingsstyle von Pole starten Cappablack und quetschen ein wenig Funk und fedde Beatz in die Sequenzen und fertig ist das Instrumental. Safety Scissors fummelt sich da lieber durch einen witzigen House-Track und singt zu seinen Bleeps und Rhodessounds. Naja, singen? Wohl eher Reden, aber nicht unharmonisch. Bootsies Brille würde wohl am ehesten auf der Nase bei Jelineks Track verrutschen. Bei Scatman-Vocals wippt der Arsch und freut sich, dass es diesen Abend vielleicht noch so richtig abpeppt. Boouww!
Richtig smoov unter der Disko wird es dann mit Daniel Bells Elektro-Track. Mit Pandabär-Augen schauen wir verstrahlt ins Licht und schieben zum derben Clap die Schlaghose übers Paket. So richtig Funk ist das zwar nicht, aber egal! So richtig sphärisch wird es dann wieder mit Thomas Fehlmann. Der shuffelt und shuffelt, schiebt seine Dub-Schleifen ineinander das die Funken sprühen.
Schade dass es für CDs keinen Delete-Button gibt. Am liebsten würde ich Tipp-Ex über Akufens Schrott-Track pinseln, damit ihn der Laser nicht findet. Zertrümmert dem Mann doch bitte mal sein Radio und kauft ihm einen Plattenspieler oder so…
Wer abwechslungsreiche Elektronik mag, sollte zuschlagen, denn es lohnt sich wirklich Überbau hin oder her. Denn seien wir ehrlich… Den Funk in den Techno hat wie kein zweiter Cristian Vogel gebracht. (Moritz Sauer)
(~scape/ indigo)