Buchkritik
Tommy Jaud - Vollidiot [Argon Verlag]

Es gibt Bücher, die liest man an einem Wochenende mal eben weg. Entweder, weil sie einfach spannend sind, wie z.B. Thriller oder weil aus ihnen der Humor spricht. Tommy Jauds Humor ist schwarz, selbstironisch und bringt Gedanken und Gefühle auf den Punkt. Gedanken eines verzweifelten Singles.

Mit »Vollidiot« hat man so eines der Bücher in der Hand, die keine große Anstrengung machen. Das liest sich dann wie flüssige Butter durch die Finger gleitet. Dabei reiht sich Tommy Jaud unter die Schriftsteller, die gerne Beziehungsbücher in der Art von »Schokolade zum Frühstück« oder »High-Fidelity« von Herrn Hornby schreiben. Also nichts weltbewegendes, aber unterhaltsam.

Inhalt ist hier ein verzweifelter Mensch, dessen Leben in einer katastrophalen Spirale nach unten rutscht. Der einfach tieftraurig über sein Leben und den Zustand ist. Der schon vor der Midlife-Crisis durchgeschüttelt wird von jeder Menge Selbstzweifel und diese in Alkohol einlegt und konserviert. Bis er dann eben merkt, dass das sich dann doch irgendwie seinen Weg freifrisst.

Unterhaltsam macht es aber die Sprache. Denn Tommy Jaud liebt lustige Wortkombinationen, macht gerne Anspielungen, dreht Wörter und kombiniert. Sein Buch ist wie eine gut-gelungene Comedy-Show in der man ab und zu wie in einen Spiegel schaut und sich selbst erkennt. Und wenn man dann anfängt zu schmunzeln, so leise das Gefühl die Wirbelsäule raufkraxelt, dass man schon in ähnlichen Situationen festgesessen hat, dann wirkt das Leben schon ein wenig leichter. Dann lacht man gemeinsam mit dem Autor und denkt, hmm, ich bin nicht alleine und eigentlich ziemlich unwichtig mein Leben. Aber im Endeffekt ist es dann das eigene und daraus sollte man dann was machen. Kein Wunder also, dass es ein Häppi-Änd gibt. Ein kleines kurzes, aber nett…

Insgesamt gute, nette Unterhaltung ohne tiefgehende Weisheit und literarische Ergüsse. Aber doch irgendwie oft auf den Punkt gebracht. So eine Art Popcorn-Buch…