Vinyl versus CD versus Virtual
Gestern stand ich mal wieder im Kompaktplattenladen. Und ein weiteres Mal hat mich die Tatsache genervt, dass es immer noch nicht den perfekten Tonträger gibt. Der perfekte Tonträger sähe wie folgt aus: Einerseits würde der Tonträger mit einem wunderbaren und großformatigen Cover glänzen. Und zweitens würde die Musik exzellent und genauso klingen, wie sie der Musiker, Produzent oder Künstler produziert und gewollt hat.
Text: mo.
Es ist jedes Mal das Gleiche. Als Musikliebhaber gehöre ich zu denjenigen, die Vinyl-Käufer für die wunderschönen Cover beneiden. Andererseits belohnt das Label und der Künstler den Käufer mit einwandfreier Habtik und man hat das Gefühl: Wow, da habe ich mir etwas gekauft. Im Gegensatz zu digital-virtuellen Tonträgern bekommt man hier noch etwas für sein Geld. Und schöne Cover stelle ich mir gerne in die Küche, in mein Regal und erfreue mich an den Grafiken, visuellen Ideen, Formen und Farben.
Dahingegen nervt mich das Hantieren mit Vinyl-Schallplatten. Angefangen mit einem unnötigen Verlassen meines Arbeitsplatzes, um die Nadel neu aufzusetzen sowie den Tonträger zu drehen bis hin zur Tatsache, dass Vinyl einfach Platz wegnimmt und einen guten Schallplattenspieler benötigt: OK, ein Standard-Technics steht hier, aber trotzdem teuer. Außerdem stelle ich mir gerne auch Playlists zusammen. Weiterhin liebe ich Musik unterwegs und dabei kommt ein MP3-Player auf dem man ein ganzes Archiv mitnehmen kann zum Einsatz.
Das beste Format für Musik stelle ich mir so vor, dass ich das unkomprimierte Musikfile, zum Beispiel als FLAC-Datei plus das Vinyl geliefert habe. Denn dann könnte ich die Sounds auf Rechner und MP3-Player schieben und besäße auch noch ein unkaputtbares Medium. Denn Vinyl ist immer noch die beste Art Musik zu archivieren.
Elender Sieger: CD
CDs kommen mittlerweile eigentlich auch nicht mehr in Frage. Nur hier ist der Sound am fettesten, und verfügt über das breiteste Soundspektrum. Und wer jetzt wieder mit der Diskussion anfangen will, dass Vinyl am besten klingt, der liest sich einfach unser Interview und unseren Bericht »Im Plattenpresswerk mit Earregular«. Vinyl hat einen eingeschränkteren Sound, der subjektiv weicher und smoother klingt. Naja, egal,… Und weil ich in erster Linie Musik kaufen wollte, wanderten dann doch zwei CDs in meinen Rucksack. Das waren »Chromophobia« von Gui Boratto (Kompakt) und »Step« von Jeff Samuel (Trapez). Wunderbar grooviger Techno bzw. House bzw. TechHouse. Mit poppigen Melodien und manchmal so etwas glückseligem flächigen Trance-Gefühl. Eine Empfehlung.