iD.EOLOGY in der Fischstadt

Bewaffnet mit Spirit, Musik und jeder Menge Mumpitz hinter den Ohren, schunkelte die Polo-Gondel von Herrn Sierpinski mit uns drei Labelköpfen gen Hamburg. Während Gespräche über kommende Projekte, Guerilla-Methoden und Ideen, wie mit einem Vorschlagbohrer alten Ranz aus den Gehirnwindungen bröselte, verflog die Zeit.

Nerdaudio-Night

Angekommen im Disco-HQ von Cuebism wurde dann andächtig eine Minute innegehalten angesichts 2 Tonnen Vinyls, das über Boden, Schrankwände und Plattenteller in der Wohnung des Disco-Papst verteilt archiviert wird. Überwältigt von der gesammelten Geschichte, auf der HipHop, House und so gut wie die ganze Gegenwarts-Club-Kultur fusst, texte Cuebism Jörg, Christian und mich erst einmal platt und planierte den Boden für ein humorvolles und amüsantes Wochenende in Hamburch.

Nach einem Abend voller Samples, DJ-Tricks und Amüsement erkundeten wir am darauffolgenden Tag die Hansestadt, um immer wieder ärgerlich in sämtlichen Plattenläden beim Diggen festzustellen: »Mist! Wir haben keine Flyer…« Übertüncht wurde der Ärger jedoch mit jeder Menge Entdeckungen angefangen von Marilyn Monroe-Picture Discs bis hin zu discoiden Raritäten und Schnäppchen. Für mich besonders unterhaltsam war dann jedoch die Begegnung mit alten Scene-Kumpels von Jörg. Während Christian und Phillip von Lego lustiges Allerlei vergangener Tage austauschten spielte Herr J. Friedrichs den Gastwirt und zapfte ordentlich Bier vom bestellten 10-Liter-Fass…

Hamburch mit iD

…ging es dann zum Sound-Check in der Astra-Stube, die sich als abgerocktes Etwas zwischen Kneipe und Minikonzertraum vorstellte. Genau der richtige Ort. Nicht zu klein, nicht zu groß, nicht zu hip, nicht zu elitär, sprich: perfekt. Während Sudio und Andres Triller die Faserkabel ihres Rechenknechts durchleuchteten, schluffte der Rest der Crew schon einmal in die links-orientierten Räume des Hamburger Senders FSK. Gemeinsam mit den sympathischen Hosts Steffen und Stefan der Sendung Tinitusstadl durften wir ordentlich Tracks aus unserem Backkatalog zocken. Gleichzeitig wurden Pommes mit Currywurscht gemampft und ein wenig überzogen. Hamburg gewann uns lieb bzw. ein Anrufer ohne Internet, der aber trotzdem auch einen heißen Satz Ohren wollte. Gerne doch…

Back On Stage

Nach einer Promotion-technisch einwandfreien Sendung - nur dass freie Sprechen üben wir noch ein bisschen – ging es dann endlich los. Nach dem Stefan aka ram_löser mit einem farbenflirrenden Set zwischen Avantgarde-Elektronik und IDM, das auffallend offenohrige Publikum zwischen Minus- und Plus-Pol kalibriert hatte, legte Cuebism nach einem Miniset von mir seine erste extra-angefertigte Dubplate auf die Teller. Das flinke Händchen scratchte und schon gab es Disco vom Feinsten.

Nach kurzer Interlude entfaltete sich dann der sweete Masterplan von Sudio und selbst wir Labelköpfe waren gespannt angesichts des Debut-Liveacts nicht nur von Sudio, sondern von iD.EOLGOY insgesamt. Und der nunancierte fein zwischen Future-Elektro, basslastiger Dampfmassage und Ambient. Nürnberg, next time its Sudio-Time ;)

Man was waren wir glücklich nach dem Set, stolz auf unsere Kinder, zufrieden mit diesem Abend und mein eigenes Set verflüssigte die Zeit und das körperliche Dasein und dann war es auch schon zuende…

Was bleibt

Ist ein außergewöhnlich abwechslungsreicher Aufenthalt voller sexueller Anzüglichkeiten und Musik, voller Hirngespinste und Humor sowie äußerst sympathischer Zeitgenossen. Wie Scooter grüssen wir deshalb röhrend aus voller Kehle: »We greet Steffen, Stefan, Tinitusstadl, Steffen 2, Lego, Astra-Stube, Hamburch, Cuebism, … Dank Euch!«.

(mo.)