Musikkritik
Batfinks – Peach Route EP

Vorsicht das ist ein Karton! Denn bei den Batfinks tanzt die Anarchie. Wer »Iaora Tahiti« und die verspulte Leichtsinnigkeit der ehemaligen Mouse On Mars vermisst, findet hier gleich eine dicke Tüte voller Überraschungen.

Verspielt mit spitzbübigem Humor klimpern die Melodien auf Glockenspielen, türmen sich die Rhythmen gerne auch mal zu Beateskapaden, die dann einfach so wie der Turm zu Babylon umgestoßen werden. Die EP »Peach Route« rappelt so voller irrwitziger Gimmicks, dass einem die Tränen vor Freude bei diesem Hippocamp-Release kommen.

Da drehen sich meine Ohren wie die kleinen Satelittenschüsseln eines Nilpferds. Wäre Mickey Mouse auf LSD gewesen, dann hätte er sicherlich so eine Musik produziert. Denn Tracks und Musik-Beat-Melodie-Collagen wie »Weiff, Ich« oder »One Pegs - Paper Tall« sind ganz großartig. Zwar merkt man wie bei »I sniff within because I’m stuck«, dass da eine grenzenlose Liebe für MoM durchfiepst, aber die Melodien sind so eigen und wunderschön Reggae-verraucht, dass die Sonne strahlt und ich vergesse, dass der Beat wie gestohlen klingt.

Die krachigeren Tracks, die einem ins Gesicht schreien »Was Squarepusher kann, kann ich schon lange!« sind zwar nicht so spannend, aber sicherlich angenehm als Therapie-Form für den Musiker gewesen. (Moritz)

hippocamp.net/1003/07.asp