Musikkritik
Glory B – Sunday Island [Minifunk Rec./ EFA]
Zur Zeit scheint Tech-House der Dancefloor beherrschende Sound zu sein, wenn man sich an der Fülle der derzeitigen erscheinenden Alben orientiert. Nachdem Terry Lee Brown Jr., MRI oder das Label Pokerflat kunstvoll den Sound in der letzten Zeit mitprägten, versuchen nun die Wiener Glory B in die obere Liga der Minimalisten vorzustoßen.
Nachdem man das ziemlich verwurstete Intro mit zerstückelten und hakenden Beats naserümpfend überlebt hat, wird man in eine wundervoll stromlinienförmige Welt katapultiert. Reduziert auf deepen gesichtslosen Basslines filtern sich die typischen Tech-House Klänge durch Hallräume, morphen und drehen sich immer wieder zu Höhepunkten empor. Auf schweren ein wenig oldskool angehauchten 909- und 808-Drumsounds rollen die Tracks unaufhörlich beschwingend. Vor allem das maritime »after that« und das wundervoll dubbige »gela alta« samt smart eingesetztem Reggae-Lick heben sich glanzvoll heraus. »Sunday Island« ist spooky, funky und herrlich minimalistisch.
Was der tote Wal auf dem Cover mit all dem zu tun hat, bleibt ungeklärt…