Musikkritik
Ed Rush & Optical - The Creeps [Virus/ Groove Attack]

Ed Rush und Optical kriechen wohl wie kaum ein anderes Produzententeam in ihre elektronischen Maschinen, tunen, drehen an den Equalizern, schrauben an den Knöpfchen ihrer Sampler und Synths. Das hat sie in den letzten vier Jahren 20-30 Boxen gekostet. Übrig geblieben ist nach der letzten Sprengaktion im vergangenen Jahr ein lebhaft vor sich hinsummender Tinitus, die Erkenntnis, nach einer zähneknirschenden Zwangspause, das Ohren doch das wichtigste sind und »The Creeps«.
Nach ihrem Debut- und Meilenstein »The Wormhole« erscheint nun endlich mit »The Creeps« ein würdiger Nachfolger. Wieder steppen die Beats locker und brilliant funkelnd, erheben sich ungemein pumpende angezerrte Basslines aus der Tiefe des Subwoofers und verschieben Wände.
Ob nun die bellende Acidline in »Flightpath« oder die schillernd melancholischen Sounds und Vocals in »Greed« … Die beiden Big-Playa des Drum&Bass beherrschen ihre minimalistische und düstere Version des Future-Funks.
Einzigartig stylend und rappend hebt man gemeinsam mit Rhymetyme in »Resurrection« ab und landet nach 69 Minuten mit »Fastlane« im Nichts. Musik ohne Glamour für schwitzende und düstere Parties. Killer.