Musikkritik
Dub Taylor – Forms & Figures [raum…musik/ Intergroove]
Das Tech-House, welches der Klangarchitekt Alex Krüger auf seinem digitalen Reissbrett entwirft, lebt vor allem von weitreichenden Hallräumen. In diesen oftmals abgerundeten warmen Wohnungen, bewegen sich langsam treibend technoide Sounds in den unteren Frequenzen, scheinen sich im gefühlvollen Dunkel zu verstecken, grooven basisstrukturierend vor sich hin, um einzelnen brillianten Geräuschfiguren den Vortritt zu lassen. Diese treiben minimalistisch mal in Form von Klingeltönen schwingend durch die Räume, mal als etwas kratzigere Klangschollen. Percussiv enthüllen sich die Tanzräume als weithallige Resonanzkörper für Rimshots und tickende Hihats. Das Dub vor Taylor steht nicht umsonst auf dem Eingang, sondern verweist auf chillige und pumpendere Lebensräume im Hall.
Der Berliner Minimalist entwirft besonnene Räume mit Platz zum Nachdenken, Abschweifen und Relaxen. Manchmal driftet man jedoch sehr weit ab und landet an anderen Orten fern seiner Musik. Manchmal würde man auch gerne etwas schneller den nächsten Raum betreten. Insgesamt betrachtet, bietet sein Werk jedoch eine atmosphärisch Dichte Umgebung.