Musikkritik
SND - stdiosnd types [Mille Plateaux/ EFA]

Um Musik zu beschreiben versucht man Geräusche, Klänge, Töne und Melodien in Worte umzuformen. Dabei entstehen oft skurrile Genrebeschreibungen. Dass diese des öfteren verwirrende Ausmaße annehmen und lächerlich wirken ist bekannt. Jedoch betitele ich das vorliegende Album mal als Abstract-Ambient-Click-House. Häh?

Also: Mit ihrer zweiten Arbeit für Mille Plateaux präsentieren die Sheffielder Mat Stell und Mark Fell eine abstrakte Mischung aus hochfrequenzigen Klicks, Blips und ähnlicher Minimalfragmente mit abstrakt housig anmutenden Klängen. Faszinierend an den Tracks sind vor allem die Strukturen in welchen die Klicks grooven, nämlich auch housig. Es pumpt und kickt zwar nirgends die Bassdrum, trotzdem swingen die winzigen Samplesplitter eigenartig locker. Das Ambiente glitzert und funkelt kristallen. Wie durchgerechnete Computergrafiken ohne Schmutz. Der Klangraum fühlt sich glatt und artifiziell an, entbehrt trotz des Grooves jeder Wärme und ist 100% durchdacht. Digitale Kühle in Vollendung unter der designenden Hand zweier Menschen.