Musikkritik
Panacea - German Engineering [Position Chrome/ EFA]
Lange hat es gedauert bis deutsche Drum’n’Bass-Headz sich von ihren Vorbildern gelöst haben. Immer waren die Big Playaz aus dem Königreich einen Tick lauter, einen Tick fetter. Jetzt drückt wieder Panacea auf Gaspedal und läßt die Tachonadel zwischen 170 bis 180 beats per minute vibrieren.
»German Engineering« zeugt von Arroganz und Selbstbewußtsein. Im Booklet läßt Panacea sich futuristisch gestylet zwischen teutonischer Elleganz und Potenz ablichten [Porsche Boxter] und legt damit nahe, was sich unter seiner Motorhaube abspielt. Seine kraftvollen Tracks planieren wie ein böser Bulldozer den Dancefloor. Am Mischpult wird so lange gedreht bis die knirschenden und aggressiv brummenden Basslines fast den Amplifier zerbröseln. Die Leichtigkeit der Beats eines Xplorers und DeePulse vermisst man jedoch schmerzlich.
Trotz neuester Mixtechnik steckt in allem ein Hang der Nostalgie. In allen Ecken hagelt es alte Ravesignale, kreischen die Sirenen. Somit nimmt Panacea den derzeitigen Trend »back to the roots« auf, überschüttet die Schwitzenden in alter Hardcore-Manier mit old-skool Samples aus Alien2, von KLF und alter Technokracher.
Furios, gewaltig und protzig: teutonisch eben.