Web 2.0 und so...
Wissensgesellschaft 2.0: Die Welt ist eine Scheibe

Der Wettkampf um Jobs tobt immer globaler und schneller. Computer ermöglichen Menschen das Arbeiten wann und wo sie wollen. Gleichzeitig sind die Chancen und der Zugang zu Wissen flacher und demokratischer denn je. Das ist toll, funktioniert aber nicht ohne Bildung.

Die Wissensgesellschaft, in der wir leben ist flach. Planiert wird sie kontinuierlich durch den Siegeszug der Computer. Mit Hilfe der Rechner wird die Welt schlanker, schreitet die Automatisierung und die Optimierung von Produktionsvorgängen und Wertschöpfungsketten voran und erscheint oft transparenter als je zuvor. Das Kontrollwerkzeug Computer revolutioniert und verändert unseren Alltag kontinuierlich und unbarmherzig. Die zusätzliche Vernetzung der Digitalrechner webt gerade eine neue Gesellschaft. Schließlich ermöglicht das Internet ein Arbeiten immer und überall wo man will.

Holm Friebe und Sascha Lobo beschreiben diese Möglichkeiten in ihrem Buch über die digitale Bohème romantisierend und euphorisch. In ihrem Kassenschlager „Wir nennen es Arbeit“ vergaßen sie jedoch, das die Welt der digitalen Bohemiens durch eine flache Gesellschaft des überall und immer Arbeiten-Könnens bedroht wird. Denn in einer immer dichter vernetzten Welt konkurrieren alle miteinander. Wirklich alle: ob schwarz ob weiss, ob Mann oder Frau, ob Jugendlicher oder Erwachsener, ob Chinese oder Deutscher…

Im Endeffekt lautet die einzige Regel im Kampf um die Arbeit: Du musst besser, schneller, effizienter und billiger sein als alle anderen. Ansonsten erhält ein anderer per Email, Voicemal, Videokonferenz oder ICQ den Zuschlag. Gebildete indische Programmierer – das immer wirkungsvoll zitierte Beispiel – machen es uns vor und schnappen durch bessere Preise zahlreiche Aufträge deutscher Firmen deutschen Programmierern weg.

Wer lesen kann, ist auch klar im Vorteil

Eine Konsequenz in dieser globalen Gesellschaft bedeutet: Wir, die wohlhabenden Staaten des Westens haben einiges bzw. viel zu verlieren. Schließlich liegt das Wissen auf einem digitalen Tablett im Internet für jeden aus. Das ist gut so, weil Wissen demokratisch von jedem einsehbar ist. Schwierig wird es für diejenigen, die es sich nicht aneignen können. Um im Wettbewerb von Morgen mitmischen zu können, muss man deshalb gebildet sein. Und damit sind wir beim nächsten Punkt angelangt: der digitalen Spaltung.

Die Digitale Spaltung ist die Kluft zwischen denjenigen, die nicht nur Zugang zu modernen Kommunikationstechniken besitzen, sondern diese auch anwenden können. Wer eloquent Rechner bedienen kann, hat unweigerlich bessere soziale und wirtschaftliche Entwicklungschancen. Wer Computer nicht beherrschen kann, kann sie infolgedessen auch nicht für sich nutzen und bleibt auf der Strecke. So schlussfolgert Rudolf Maresch in seinem Aufsatz „Wissensgesellschaft 2.0“ im Sammelband „what if ?“:

„Um ihren Wohlstand einigermaßen zu halten und nicht im Ranking der Staaten zurückzufallen oder von anderen gar überholt zu werden, müssen Rohstoffarme (Länder) ganz auf Forschung und Entwicklung, auf Bildung und Ausbildung setzen und hoffen, dass ihr dadurch Talente erwachsen, die in der Lage sind, ein zweites Google oder ein neues Starbucks zu gründen.“

Und das beudetet, liebe Regierung: Vergesst endlich Pisa, hört auf zu jammern und renoviert unser Bildungssystem. Je höher die Ausgaben für die Bildung, desto größer die Chancen für ein fröhliches und innovatives Morgen!