Web 2.0 und so...
Die Evolution der Gemeinschaft
Der Mensch ist ein Herdentier und formiert sich gerne in Gemeinschaften. Das Internet ermöglicht in dieser Hinsicht immer bessere und vielfältigere Möglichkeiten und macht sich daran alte Strukturen aufzulösen. Ein Blick auf den Community-Markt.
Seit jeher ist das Internet in erster Linie ein Ort der Kommunikation. Gerade für den Informationsautausch entwickelte das amerikanische Militär das Web. Die dezentrale Organisationsstruktur mit ihren zahlreichen Knotenpunkten nutzten dann als allererste neben dem Militär die Wissenschaftler und Computer-Nerds. Usegroups und Mailing-Listen bildeten die ersten Informationsumschlagplätze in welchen Kommunikationswillige Neuigkeiten rund um Computer, Technologie und Wissenschaft austauschten. Zugang zu diesen ersten Communities im typischen Thread-Format boten Universitäten und Forschungseinrichtungen. Zugang zu den oftmals kryptischen Listen fanden nur Eingeweihte.
Mehr als 10 Jahre später befindet sich das System Internet auf bestem Wege dahin, zahlreiche alte Kommunikationsstrukturen abzulösen oder zumindest teilweise zu ersetzen. Mitmachen darf jetzt jeder. Das Sozialisieren findet immer öfters in virtuellen Gemeinschaften statt. Teilweise ersetzen Monster-Communities wie MySpace sogar schon das Kommunikationsmedium Email und Nachrichten werden nur noch innerhalb der jeweiligen Community ausgetauscht. Datenschützer graut es sicherlich davor, private Emails über eine Community wie MySpace zu verschicken, die Kids finden es cool. Unschlagbar ist schließlich die Tatsache, dass Spam hier in viel gesitteteren Bahnen läuft und in der Inbox landen nur Nachrichten von Freunden.
Aber reden wir nicht schon wieder über MySpace. Wie wäre es denn mit dem ungleich schöneren, schlichteren und einfach modernerem Virb. Um MySpace-Verbrechen via Layout-Desaster einen Riegel vorzuschieben, bietet Virb unter anderem eine wunderbare Funktion namens „Remove Customization“. Mit dieser ersetzt man simpel und schnell ein verwurstetes Layout mit dem Standardlayout - Klick!. Möglich wird diese Funktion via Webstandards. Die beachtet das moderne Community-Portal nämlich im Gegensatz zur Murdoch-MySpace-Krake und ermöglicht dadurch unter anderem auch exquisitere Layouts. Ansonsten erfindet Virb die Idee Community nicht wirklich neu. Zahlreiche Ideen und Funktionen bieten andere Communities auch.
Spannender gestaltet sich die Beobachtung von Ning.com. Ning toppt mal eben sämtliche herkömmlichen Ansätze und biedert sich nicht als Community-Plattform an, sondern stapft einen Schritt weiter. Im Gegensatz zu den anderen fordert der Web 2.0-Service seine Benutzer auf, selbst aktiv zu werden. Denn Ning ermöglicht die Konstruktion und den Aufbau einer eigenen Community. Ob Coffee-Table oder Wii-Spielgruppe, man darf nach Lust und Laune zusammenschrauben und kommunizieren. Viel Vergnügen!
Welche weiteren Schritte es noch geben wird, bleibt abzuwarten. Womöglich wird es in naher Zukunft dank immer schnellerer Datenleitungen eigene Communities und Web 2.0-Dinger geben, über die man nicht nur Texte, Bilder und Töne austauscht, sondern direkt per Videochat konferiert. Man darf gespannt sein auf die nächsten Möglichkeiten.