Web 2.0 und so...
D.R.M. Ade!

Endlich hört der erste Major, die EMI, auf die Klagen seiner Kunden und verabschiedet sich von der unsinnigen Idee namens Digital Rights Management (kurz DRM). Denn wir Kunden wollen weder bevormundet werden, noch Restriktionen dulden und außerdem wollen wir nicht gekaufte Musik beim Crash unseres Mobiltelefons gleich noch einmal bezahlen.

In seinem äußerst populären YouTube-Videoclip „D.R.M.=CRAP“ bewies David Berlind, der ZDNet Executive Editor, schon im letzten Jahr plastisch „that DRM sucks.“ In seiner lustigen und wild gekrakelten Präsentation zeigte er, wie nervig DRM und seine Auswüchse sind. Sicherlich ein Videoclip, der ein wenig Geschichte geschrieben. Nichtzuletzt dank der virulenten Verteilung und Verlinkung im Web.

Jetzt ist die Botschaft vom Unsinn von DRM scheinbar angekommen. Die digitale Mauer fällt, so lautete nämlich diese Woche eine spannende Schlagzeile im IT-Ticker von Heise.de. Zuerst mutmaßte man einen Aprilscherz, doch Eric Nicoli, der CEO des Major Labels EMI, verabschiedete sich auf der ausgerufenen Konferenz tatsächlich vom DRM-Konzept.

Gewieft und schlau wie ein Fuchs, hatte Steve Jobs bereits im Februar in seinen Thoughts on Music die Katze aus dem Sack gelassen. Der Apple-Propaganda-Minister verkündete in seinem öffentlichen Paper, dass er und Apple DRM doof fänden. Irgendwie muss er geahnt haben, dass einer der Majors das Konzept fallen lassen würden. Ob und wann die anderen drei der Big Four nachziehen bleibt abzuwarten. Vielleicht dauert es länger als man denkt, oder DRM verschwindet geschwind in einem Erdrutsch. Mal abwarten.

Vielleicht sieht die ganze gebeutelte Industrie endlich ein, dass Bevormundung und Verfolgung der Kundschaft nicht gerade das Geschäft antreibt. Wer will schließlich gekaufte Musik nur auf einem Gerät abspielen können? Schön, dass sich hier endlich was tut, denn die CD gehört für viele schon der Vergangenheit an und auf zahlreichen Webseiten mutmaßt man, dass das sterbende Format in den nächsten 3 Jahren um krasse 50% an Boden verliert.

Dem digitalen bzw. virtuellen Markt der MP3s und ähnlichen Formate gehört die Zukunft. Die Zahlen zeigen hier ganz deutlich und ordentlich einen konstanten Aufschwung. An die gigantischen Verkaufszahlen der 90er Jahre werden sie jedoch wohl nie ganz heranreichen. Schön digitale Welt!

PS: Ach so, und wer sich über Urheberrecht in der digitalen Welt auf dem laufenden halten möchte, der sollte sich mal auf www.irights.info umschauen. Dort bleibt man am Ball des Geschehens und erhält zahlreiche weiterführenden Informationen.