A Guy Called Gerald – To All Things What They Need

Genre-übergreifende elektronische Alben sind mir eigentlich die liebsten. Denn die funktionieren nicht nur im Club, sondern wollen mehr als nur Werkzeug für DJs sein. Sie wollen einen Spannungsbogen aufbauen und (unter)halten. Genau diesen Weg ist »A Guy Called Gerald« immer mit seinen Alben gegangen und schlägt auch diesmal keinen stilistischen Pfad ein, den er konsequent bis zu Ende geht.

Als Resultat breitet sich ein elektronisches Album aus, dass den Spagat zwischen allen Stilen von IDM über Techno bis hin zu TripHop wagt und dessen Hose im Schritt reisst. Denn Gerald Simpsons Ideen versuchen neue Wege zu gehen, aber viele der Sounds und Klangteppiche sind einfach zu dünn, zu retro und zu old-skoolig in ihrem Wesen. Da bleept es wie in alten Techno-Zeiten, fehlt den Streichern die Breite und mutiert ein Track wie »Pump« zur langweiligen Daddel-Loop.

Hätte Gerald die Qualität des erstklassigen TripHop-Tracks »Strangest Changes« mit Finley Quaye gehalten, hätte das hier ein großes Album mit Seele und Spirit werden können. So wirkt »To All Things What They Need« nur wie das Werk einer verblassenden Größe.