The MoCo-Unit – Carry The World In Your Pocket
Die Welt schrumpft zusammen und passt demnächst vollkommen in deine Hosentasche. Während das Internet als Fundament für echtzeitschnelle Kommunikation dient, die Netzwerke dichter und rasanter werden, flutschen die Daten auf immer kleinere Alleskönner. Das neue Motorola RAZR V3 und iTunes saugen dir dann demnächst sogar die Musik aus der Luft.
Irgendwie scheint die Welt immer mehr zusammenzuschmilzen. Alles verflüssigt sich in Bits und Bytes. Geistiges Eigentum gerät in einen flüssigen Zustand, das per Filesharing über den ganzen Globus verteilt wird. Theoretisch kann sich jeder bedienen, sofern er Zugriff hat, sich hin und wieder über Copyrights hinwegsetzt und irgendjemand auf unserem Erdball die Daten zur Verfügung stellt. Die Grundlage ist das Internet. Jenes Netz, dass vor ein wenig mehr als 10 Jahren seinen Ruhmeszug antrat und in einer Begeisterungs- und Dollar-Blase zerplatzte.
Brummende Infrastruktur
Heute bewegen wir uns auf deutlich geerdeteren Pfaden und merken fast gar nicht, wie das Internet, hauptsächlich in der westlicheren Welt, uns beeinflusst. Wir haben es akzeptiert. Selbst Menschen, die das Web noch nie berührt haben, werden durch die Informationen verändert, die so gut wie in Echtzeit kommuniziert werden. Alles ist versendbar: Texte, Musik und (Bewegt)Bilder. Nicht gleich, nein jetzt.
Je mehr die Leitungen ausgebaut werden, je größer die Pipelines werden, desto schneller kann der Datenstrom fließen. Je mehr und schneller, desto näher fühlen wir uns. Mutti steht gerade auf dem Matterhorn, die Funke brummt und bimmelt und du siehst sie winken.
Natürlich werden die Informationen, die da im Pool des WWW schwimmen, auf eine gewisse Weise kontrolliert. (mangentafarbene) Monster-Provider, die die Infrastruktur in den Händen halten, könnten theoretisch wie Big Brother alles beobachten und Menschen fesseln - China versucht es. In den letzten Jahren hat es auch immer wieder Angriffe gegeben. Wir Musikliebhaber durften ja immer wieder schmunzeln und ärgerlich eine CD umtauschen, bei der versucht wurde uns am Teilen zu hindern. Filesharing steht erst am Anfang und auch wenn schon zahlreiche P2P-Börsen von Napster bis hin zu Audiogalaxy in die Pleite geklagt wurden: Es entstehen immer neue.
Ein Apfel der schmeckt
Am besten hat das Apple verstanden. iTunes ist zwar nicht die Diamantmine, auch wenn kürzlich Zero 7 mit »Somersault« im Danger Mouse Remix den hundertmillionsten Download verkaufte, dafür jedoch der werkseigene mp3-Walkman iPod. Ohne die geschaffene Infrastruktur, die Apple-typisch, einfach, optisch-ansprechend und einwandfrei funktioniert, wäre das wohl nicht möglich. Ohne iTunes würde sich der Player lange nicht so wie Hölle verkaufen. Denn mittlerweile verscherbelt das Apfel-Unternehmen mehr Player als Mac-Computer.
Technikschmelze, Devices und Smartphones
OK. Der iPod ist schon was. Bietet Platz für die eigene Musikbibliothek. Der Trend geht aber zur MoCo-Unit. Den Begriff wird man wahrscheinlich nirgends finden, der stammt vom schreibenden Autor. Und soll keinen neuen Hype erfinden, sondern nur eines klar stellen: Mobile Communication Unit. Das Sony-Unternehmen hat das kürzlich auch erkannt und seine PDA-Handheld-Fraktion fallen gelassen. Denn mit der Miniaturisierung der Technik, entstehen immer unglaublichere Möglichkeiten. Smartphones ist da so ein Begriff, der aber immer noch zu beengend auf das Telefon schielt. In naher Zukunft, eigentlich schon jetzt, ist deine Funke mehr als nur der Satelitten-Kontakt zwischen Menschen. Spiele, Radio, mp3-Player, Kalender-Manager, Email, Internet, Video-Recorder, und, und, und… immer mehr wird integriert. Erste Viren, ob als schnieker Bluetooth-Wurm oder für das meistverbreitetste Smartphone-Betriebssystem Symbian gibt es ja schon.
Für uns Musikliebhaber
Neuestes Thema im Bereich der Gadgets ist das Motorola RAZR V3, dass im Herbst 2004 in den Handel kommt. Das glitzert nicht nur in einem edlen Metalgehäuse, sondern verspricht neben stylisher Exklusivität unglaubliches in einem 53mm Breiten Klappgehäuse. Neben mp3-Klingeltönen, MPEG4-Videoclips, obligatorischer Bluetooth-Technologie und einer 4fach-Digitalzoom VGA-Digitalkamera, wird der Clou aber sicherlich die neue Geschäftsverbindung mit Apple sein. Denn beide Unternehmen möchten iTunes auf das Handy bringen.
Kern der Kooperation beider Unternehmen ist eine Anwendung, die den Musiktransfer von der auf dem heimischen Computer installierten iTunes Jukebox via USB oder Bluetooth auf Motorola-Handys ermöglicht. Der mobile iTunes Musicplayer wird derzeit noch entwickelt und voraussichtlich ab der ersten Hälfte des kommenden Jahres als Standardanwendung auf allen neuen Massenmarktmobiltelefonen von Motorola verfügbar sein wird.
Das verspricht großes und wird wahrscheinlich auch gehalten. Schließlich sind wir das von Apple gewohnt. Und Motorola als einer der führenden Mobil-Funk-Handy-Produzier-Konzerne baut schließlich auch schon seit Jahren auf die eigene Erfahrung. Vielleicht sollte man mal über Aktien nachdenken ;)
Glossar
Glossar 1 – iTunes
Anfang 2001 präsentierte Apple iTunes. Einfache Bedienung und Drag&Drop ermöglichte jedem das Auslesen und Brennen von CDs, das mp3-Umwandeln, das Hören von Internet-Radio und das Übertragen von Songs auf Hardware-mp3-Player. Heute gilt iTunes als Brücke zum Erfolg des iPods. Denn mit dem iTunes Music Store launchte Apple im April 2003 erfolgreich mit fünf Majors im Boot. Nach einer Woche waren bereits 1 Million mp3s verkauft. Heute sind es schon über 100 Millionen. Der iTunes Music Store hat der Musikindustrie gezeigt, dass man erfolgreich Musik im Web verkaufen kann. Nun wollen alle etwas vom Kuchen.
Glossar 2 – Wie funktioniert Filesharing?
Jeder Benutzer der sich ins Internet begibt, bekommt von seinem Provider eine temporäre IP-Adresse. Die ist nötigt, damit Daten (Webseiten, Downloads) empfangen werden können. Somit funktioniert der eigene Rechner auch gleichzeitig als Server. Filesharing-Systeme wie Emule, Kazaa & Co machen sich dieses System zunutze und koordinieren die Down- sowie Uploads und machen aus dem eigenen Computer einen Server. Filesharing ist heute ein Grundbestandteil des WWW und nicht mehr wegzudenken.