Tanzbar
Dub Taylor – Experience
Das im Künstlernamen offensichtliche Dub-Motto tritt auf dem neuen Longplayer von Alex Krüger einen gewaltigen Schritt nach hinten und macht ein wenig mehr der digitalen Diskothek Platz. Die rauchigen Dub-Schwaden verschwinden am Horizont, wie der Nebel am späten Nachmittag und die Sicht auf klar-strukturierte House-Tracks wird frei. Mit Hilfe von wenigen kurz-atmigen Sample-Percussion-Splittern bringt Alex Krüger das ganze zum Schwingen. Anstelle von sanft schaukelnden Tracks betont der Berliner jedoch viel mehr eine forsche Gangart. Die vernahmen wir zwar schon auf dem Vorgänger, aber hinzugekommen, sind weitere Sängerinnen. Reine Tracks gibt es so gut wie überhaupt nicht und das ist gar nicht mal so schlecht. Vor allem weil der Produzent wie bei »Detect« gerne die Stimmen durch den Filter schleift. Natürlich erinnern die Tracks oft ein wenig an Luomo. Das liegt wohl daran, dass sich manchmal doch arg der Kitsch breit macht und Vladislav Delay der erste war, der so richtig Vocals in das technoide Dub-House gebracht hat. Trotzdem emanzipiert sich Dub Taylor und lässt in einige der Stücke einen leichten Retro-Geschmack in Form von knarzigen Acid-ähnlichen oder harscheren Sounds einfließen. Insgesamt kein Überflieger-Album, aber mit einigen feinen Tracks und Gast-Sängerinnen versehen.