Bleeps & Clonx
Plastikman – Closer
Das Vorgänger-Album »Consumed« ist in seiner minimalistischen Dichte, mit seinem weißen leisen Rauschen und den melancholisch-düsteren Streichern ein Klassiker. »Closer To The Edit«, das DJ-Konzept-Album schlechthin, von Richie Hawtin überzeugte durch Stringenz, Reduzierung von Tracks auf maximal 8-taktige-Loops und einen superben Minimal-Flow.
Nun liegt »Closer« vor und ist irgendwie sehr enttäuschend. Auf der einen Seite entwickelt Richie Hawtin zwar neue Ideen, arbeitet seine eigene verfremdete Stimme in die Tracks ein und bricht die 4-on-the-floor-Rhythmik, doch Statements wie »I am the voice in your head« wirken befremdlich und merkwürdig verdrogt. Natürlich lehnt sich das an alte House-Platten à la Mr. Fingers, aber muss trotzdem nicht in mehreren Tracks gleichzeitig zelebriert werden.
Eigentlich erwartet man nach fünf Jahren auch neue Bass-Sounds und Synthie-Streicher und ist erschreckt, fast identische Sounds wiederzuentdecken. Auch wenn sich natürlich neue Sounds herausschälen, enttäuscht dieses Ambient-lastige Album auf dem Großteil seiner zurückgelegten Strecke. Zu einförmig, zu selbstverliebt und zu wenig essentielle Ideen stecken in »Closer«. Vielleicht liegt es auch an fehlenden Grooves die zupacken und hypnotisch den Zuhörer ein weiteres Mal wegtragen. Es reicht eben nicht nur sanft an den Knöpfchen zu drehen. Ein sehr merkwürdiges und sinnentleert wirkendes Album.