Tanzbar
T. Raumschmiere – Radio Blackout

Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wäre es folgendes: Der dusselige Kaufhaus-Praktikant sortiert versehentlich den neuen Longplayer von Herrn Haas ins Heavy Metal-Regal; ein netter Mattenschwinger verwechselt den Totenkopf auf dem Cover mit Eddie von Iron Maiden und ersteht das Album.

Denn ich bin mir sicher er wird es lieben, weil »Radio Blackout« genau die richtige Haltung aus Anti & Rockness-Attitüde ausstrahlt, die man gerne verkraftet. Zwar ist das Album keineswegs Techno-Rock à la Codec & Flexor, trotzdem kratzt das Album gehörig den Ranz aus den Gehörgängen. Das klingt dann mal wie Aphex Twin zu seinen Hardcore-Zeiten nur in Zeitlupe oder punkig-rotzig wie »The Game Is Over«. Für den Track wurde fluggs die süße Miss Kittin in einen Marshall gebeamt und ein wenig übersteuert. Auch wenn hier amüsiert die Techno-Keule geschwungen wird und der Offbeat pumpt, entpuppt sich das Album als subtil, technisch raffiniert und keineswegs als Eintagsfliege. Unter anderem sorgt dafür auch der Kölner Einfluss, der sich im GAS-förmigen Titeltrack à la Wolfgang Voigt widerspiegelt. Oder eben der gemeinsame HipHop-Track mit MC Soom T, die demnächst auch mit Bus auf dem ~scape-Label von Mister Pole erscheint. Eine wunderbar abwechslungsreiche Reise also und als dickes Plus bekommt man auf der CD noch die vier dazugehörigen Video-Clips.