Generationen Patchwork

Bei der richtigen Betonung klingt Ima Robot verdammt nach Kraftwerk. Doch der Name ist nur Gag und das bisschen Elektronik fällt bei den Songs so gut wie überhaupt nicht ins Gewicht. Anstelle von Robotern präsentiert sich hier eine 5-köpfige Band, die eher wie The Clash klingt, nur frischer und nicht gerade exhumiert. Geboren wurde Ima Robot in den Rock-Sümpfen von L.A. und getauft von Sänger Alex Ebert und seinem Kumpel Jimmy the Terror. Natürlich klingen solche Namen ziemlich nach Cliché-trashing und auch das tätowierte Aussehen und die Klamotten von Jimmy nimmt man amüsiert zur Kenntnis. Trotzdem geschieht das scheinbar mit einem heimlichen Augenzwinkern. Zwar tätowiert sich niemand vollkommen die Arme nur so zum Spaß, dennoch ist ihr Werdegang ziemlich untypisch für eine Band mit Gitarren.

Denn in ihrer Jugend gingen die Beiden ordentlich auf HipHop ab, versuchten sich im MCing, tauschten dann irgendwann die Attitüde. So richtig können sie aber nicht berichten, wie eigentlich der Umschwung zustande kam. Wohl eher schleichend, wie auch der Ausbau der Band von einer Zwei-Mann-Idee zu einer vollwertigen Live-Combo. Dieser zog sich nämlich schleppend über fünf Jahre hinweg. Die Frage, was sie denn in den fünf Jahren gemacht hätten, wie sie sich im Glamourama-L.A. eines Bret Easton Ellis über Wasser halten konnten, beantwortet Alex mit einem: »Wir haben nur Musik gemacht.« Und weiter gesteht er so nebenbei, dass sie wohl gut betuchte Eltern haben müssten, um diese Jahre überstanden zu haben. Mehr wird nicht verraten.

Das sich die Hartnäckigkeit und das Casting von zig Musikern ausgezahlt hat, dass ein wenig Dreistigkeit und jugendlicher Leichtsinn schließlich hilfreich waren, erkennt man, wenn man sich die heutige Band anschaut. Denn mit Justin Medal Johnson der mit seinem Bass schon Beck, Air, Tori Amos oder Ladytron ein Basement legte und Joey Waronker, der seine Sticks für die Smashing Pumpkins und R.E.M. im Studio schwang, haben Alex und Jimmy zwei richtige Veteranen im Boot. Dabei haben die Youngsters einfach nur im richtigen Moment gefragt und im Proberaum überzeugt. Und stehen nun mit ihrem Debut »Ima Robot« (Virgin) in den Startlöchern.