Tanzbar
Cativo – Pain 2 / The Incredible New School Of German Drum & Bass
Der DJ und Produzent Cativo ist kein großer Meister vielschichtiger Melodieverläufe. Wer gerne harmonische Drum&Bass-Soundscapes im Stile eines Green Man’s von Basswerk oder housige Anthems à la EZ-Rollers oder Peshay liebt, sollte ganz schnell von der geballten Wucht des Albums und der Mix-CD Abstand nehmen. Denn die Wurzeln des Würzburger reichen eher in den verseuchten Boden von Detroit. Bei Cativo zählt hauptsächlich die physische Kraft von Bass und Drums. Trotz der vornehmlich technoiden Sounds vernimmt man auf »Pain 2« hier und da aber einen neuen Wind. Ganz clever werden hier die perkussiven Elemente zusammengesetzt und es ergeben sich Grooves, die eigenwillig funky kicken. Da wäre z.B. das loopige »The Kicker«, dass sich an jungligen Loops entlang hangelt während der Bass läuft anstelle schwer zu walzen. Großartiger aber swingt da noch das mit rotzig-deutschen Punk-Lyrics dahersteppende »Keine Lieder«. Lob verdient die Mix-CD dahingegen für den ausschließlichen Focus auf deutsche Produktionen, entpuppt sich aber als verblitztes Gabber-Brett auf Speed ohne Soul.