Tanzbar
Nithin Sawhney – Human

Unglaublich was Nithin auf seinem mittlerweile sechsten Album an Styles zusammenrührt. Da verschmilzt HipHop, indischer Gesang, House plus Latin-angehauchter R’n’B und macht den Blick frei auf eine bunte Mischung von Kultur, wie man sie auch in Londons Straßen erblickt. Und es funktioniert. Während Nithin Sawhney als Kind, Jugendlicher und Erwachsener immer wieder von neuem erfahren musste, dass die Menschen sich gegeneinander abgrenzen und oftmals anhand von Oberflächlichkeiten verachten, ignorieren oder hassen, zeigt er musikalisch, dass das alles zusammen harmonieren kann.

Trotz seiner melodieverliebten Opulenz, die wie ein Turban knallig-orange blendet entwickelt jeder Song seine eigene tiefe Emotionalität. Dabei drischt er nicht uninspiriert irgendwelche Weltmusik-Clichés zusammen. »Human« funktioniert vielmehr wie eine Schnittstelle zwischen den Kulturen. Als Produzent grenzt er die Sounds und Einflüsse nicht gegeneinander ab, sondern verwebt und fusioniert mit Fleiß und einem einzigartigen Gefühl. Und als wäre das noch nicht genug, beweist er auch ein feines Händchen an den Fadern und Drehpotis seines Mischpultes. Der Umgang mit der Technik scheint hier genauso selbstverständlich, wie die verschiedenen Charaktere, die dem Album ihre Stimme leihen. Das reicht dann von Mr. The Streets bis hin zur indischen Sängerin Natacha Atlas. Aber ich lass mal das weitere Name-Dropping. Einfach empfehlenswert.