Tanzbar
Gold Chains – Young Miss America
Einer der ersten Gedanken bei der Begegnung mit dem Sound von Gold Chain ist: dass klingt ein wenig nach Beastie Boys zu Zeiten ihres BS 2000-Projekt. Auch Topher LaFata benutzt gerne billige Sounds aus einem Casio-Keyboard. Auch der Mann aus San Francisco überrascht gerne mit irrwitzigen Rhythmen-Wechsel. Trotzdem klingt er ziemlich anders. Fetter und breiter steht da eine Wand aus Beats und Sound ohne Seele. Hier fehlt einfach der Funk, der auch die irrste Passage zusammenhalten könnte. Man merkt dem Kopf hinter Gold Chains an dass er ein ehemaliger Programmierer ist. Zwar stecken in »Young Miss America« unglaublich interessante (Sound-)Ideen, ist der Humor unverkennbar, mal subversiv, mal offensichtlich. Aber so richtig amüsieren mich die bellenden Raps trotzdem nicht. Wenn ich wortgewaltiges Kreuzfeuer suche, krame ich lieber noch einmal Busta für einen Track aus dem Stapel. Bei dem habe ich nicht dass Gefühl, dass er sich nur über andere lustig macht. Vielleicht ist das hier auch alles zu arty und punky-offensichtlich. Das ist kein Bastard-Pop und auch kein Mindfuck, sondern anstrengend und zusammenhanglos, sprich: Lärm.