Bleeps & Clonx
Le Rok – Hausarbeiten
Viele Electronica-Protagonisten haben ja diesen Hang nicht nur ihre Sounds, sondern auch gleich die Beats zu schreddern, um sie minutiös im Mikrokosmos ihrer Kleinode zu verstreuen. Ganz anders geht dabei der Karaoke Kalk Neuzugang Le Rok sein Debüt an. Ähnlich wie Ulrich Schnauss auf City Centre Offices hangelt er sich entlang an soliden Beats, gibt seinen Songs Struktur und Form. Die hat das teilweise recht lärmige Album auch bitter nötig, ansonsten wäre es wohl sehr anstrengend geworden. Denn der Christoph Döhne zwirbelt einige seiner Sounds manchmal hart an die Grenze zum Noise wie z.B. bei »93er« und man denkt, dem hätte Mami wohl besser eine Stromgitarre mit korrektem Verzerrer gekauft. Natürlich sind diese Brüche absichtlich, brechen den Kitsch und setzen einen Gegenpol zu den leichteren und süßeren Elementen in seinen Tracks. Für diese hat er nämlich ein fast schon blindes Geschick und verzaubert uns mit wunderbar leichtfüßigen Melodien. Großartig ist da vor allem »Glockesong« und »Pro Player«, die wie nett wippende Comicfiguren hin und her schunkeln und dich dann mal eben vergnügt ins Ohr beißen und danach so tun, als ob nichts passiert seit. Ein Album das seine Zeit braucht und dann wächst und wächst und…