Tanzbar – NuJazz
Reunion – Re:
Es ist immer wieder erstaunlich, was an Kultur und neuen Ideen aus den dünn besiedelten Ländern im tiefen Norden kommt. Auch bei den Jazz-Exporten leuchtet das Nordlicht den Skandinaviern den Weg. Ob nun die schräge Glamour-Eule Jimi Tenor oder seine Nu-Jazz-Kollegen Nuspirit Helsinki aus Finnland, ob der Norwege Nils Petter Molvaer oder jetzt Reunion, sie alle sind experimentierfreudig und setzen gerne Elektronik in ihren Projekten ein.
Renunion, das sind der Bassist Jens Lodén und der Jazz Pianist Mathias Landaeus. Beide haben unter anderem auch schon für das Kyotto Jazz Massive gearbeitet und veröffentlichen nun mit »Re:« ihr erstes Album auf der Sonar Kollektiv-Plattform. »Re:« besticht vor allem durch das organische Zusammenspiel geladener Musiker aus dem Freundeskreis. Mit der feinfühligen und professionellen Spielfreude können die einzelnen elektronischen Sounds manchmal nicht ganz mithalten, stören den Flow aber in keinster Weise. Vor allem der Einsatz unterschiedlichster Instrumente von Flöten über Saxophone bis hin zur menschlichen Stimme hebt die einzelnen Stücke variantenreich gegeneinander ab. Neben reinen NuJazz-Instrumentals versüsst im speziellen die poppige Ballade »The Jerry Gillies Song« den Tag und lädt zur Bootsfahrt durch die Fjorde ein. Selbst Prince würde ein wenig neidisch auf den Funk von »When I Was Nine« schielen, was nur verdeutlicht, dass hier wirkliche Profis am Werke sind. Gelungen.
(Dialog Recordings/ Sonar Kollektiv)