Tanzbar
Lightning Head – Studio Don

Ist schon recht »wicked« wie im ersten Track so ein Glitch-Sound auf einer Percussion sitzt. Da zuckt man unwillkürlich zusammen und denkt immer wieder die CD würde springen. Trotzdem rollt der Track und wir bouncen mit viel Rio de Janeiro-Latin-Swing und grooven uns fein ein.

Lightning Head ist eigentlich Mr. Glyn Bush und war früher die eine Hälfte der Rockers Hi-Fi. Mit »Studio Don« hält man einen Hybriden in den Händen, der einerseits seine Bodenhaftung durch warme dubbige Basslines behält, aber jede Menge Luft atmet durch seine ausgefeilten Rhythmusmuster. Diese variieren zwischen Reggae-Off-Beats, Latin-infizierten Batucada-Anleihen und funkigen Beats.

Das Album lebt vor allem von seiner Lebendigkeit, von den variantenreichen Wendungen und von der Liebe zum Detail. Melodiös werden hier Spannungsbögen zwischen chilligen Passagen und wunderbaren Songs voll Soul aufgezogen. Bei der Emanzipation von ausschließlichen Tracks helfen vor allem Patrice, Singing Bird, Monterria und Farda P. Kunstvoll hauchen sie den Stücken Bewegung ein. Vielleicht entstand dieses »Live-Feeling« auch mit Hilfe der konzeptuellen Limitierung auf eine handvoll Instrumente angelehnt an den Spirit alter Studio One Sessions. Uns kann das aber egal sein. Denn was zählt ist das Resultat und das entführt uns in die Karibik und bewahrt uns die Sonne im Herzen.