HipHop
Mr. Scruff – Trouser Jazz

Mit »Keeping It Unreal« schuf Andy Carthy vor zwei Jahren ein Album, dass facettenreich mit zwingenden Melodien die Herzen der Downbeat’ler erstürmte ohne in belanglose Gewässer abzutauchen. Locker schuf er ein faszinierendes Kleinod aus rasanten Stolperbeats, die trotzdem ordentlich Schub unter der Haube hatten und mit jedem Sample einen liebevollen Verrat am Jazz begangen.

Mit seinem zweiten Album auf Ninja Tune stürzt sich der Vinyl-Nerd und DJ endlich in ein weiteres abwechslungsreiches Abenteuer zwischen HipHop, Stolper-House und ruhigen ange-Funk-ten Downbeat-Tracks. Mit Amüsement und einem cleveren Augenmerk für menschliche Beats und Arrangements, die nicht zu poliert glänzen, schielt der scruffsche Humor wieder aus jedem Track.

Doch trotzdem wirken leider viele seiner Stücke zu loopartig und fad. Man wünscht sich einfach mehr Gimmicks, Scratches oder Technik-Tricks. Hervorragend ist Andy Carthy das in seinem fünften Teil seines Fisch-Track-Zyklus »Ahoy There!« gelungen. Wieder einmal hat er unzählige Stimmfetzen aus Kinderhörspielplatten geschnipselt und zu einer skurrilen Geschichte zusammengesetzt. Auch bounced der einzige Rap-Track mit den nach Jurassic Five klingenden MC’s von Braintax in unglaublich frischer Old-Skool-Manier. Sorry, aber als Album überzeugt »Trouser Jazz« trotzdem einfach nicht.