Fachbeitrag
Die eigene Google Sitemap
Mit einem übermächtigen Marktanteil von mehr als 80% gehört die Datenkrake Google zum Monolith unter den Suchmaschinen. Webmaster agieren fahrlässig, wenn sie ihre Seiten nicht für Google optimieren. Wer möchte schon, dass ihm Besucher durch die Lappen gehen.
Wichtig im Zusammenhang mit der Suchmaschinenoptimierung ist eine Sitemap, die sämtliche Links zu allen öffentlichen Bereichen beherbergt. Diese sollten Sie nicht nur über die Startseite, sondern auch über alle Unterseiten verlinken.
Eigentlich indiziert Google mit einer solchen Quasi-Linkliste ihren Web-Auftritt, weil die Spider alle Links finden sollten. Seit Mitte 2005 bietet Google aber einen weiteren kostenlosen Service für SEOs (Search Engine Optimizer): die Google Sitemap. Logisch, dass der Service den Google-typischen Beta-Status noch nicht verlassen hat, obwohl er hervorragend funktioniert. Bei der Google Sitemap handelt es sich um eine schlichte XML-Datei, die sämtliche Links plus grundlegende Metainformationen beinhaltet. Dadurch erhält Google einen besseren Überblick über Ihre Site-Struktur und will das Crawlen von Webseiten beschleunigen und optimieren. Zwar verspricht Google nicht, alle Seiten der übermittelten Sitemap in den Index aufzunehmen, in der Praxis beschleunigt sich jedoch das eigentliche Indizieren.
Für eine funktionstüchtige Google Sitemap sind nur 3 Schritte nötig:
- Erstellen einer Sitemap im geforderten XML-Format.
- Hinzufügen der Sitemap zu Ihrem Konto für Google Sitemaps.
- Aktualisieren der Sitemap nach Änderungen an Ihrer Website.
Aufbau der Google Sitemap-XML-Datei
Die XML-Datei der Google Sitemap können Sie in jedem Texteditor erstellen. Achten Sie beim Abspeichern darauf, dass Sie die Datei im UTF-8-Format abspeichern – siehe Abbildung Notepad.

Um das intelligente Crawling zu unterstützen, geben Sie in der XML-Datei spezifische Informationen zu jeder Ihrer Webseiten an. Das ist neben dem obligatorischen Link, das Datum der letzten Aktualisierung, die Frequenz der Aktualisierung sowie die Wichtigkeit der einzelnen Webseite gegenüber den anderen. Eine Google Sitemap mit einem Element sieht wie folgt aus:
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<urlset xmlns="http://www.google.com/schemas/sitemap/0.84">
<url>
<loc>http://www.example.com/</loc>
<lastmod>2005-01-01</lastmod>
<changefreq>monthly</changefreq>
<priority>0.8</priority>
</url>
</urlset>Während in der ersten Codezeile das XML-Dokument als solches samt seiner Enkodierung gekennzeichnet wird, klammert das <urlset>-Element die eigentlichen Items (Links zu den Webseiten) ein. Ein Item fängt mit dem <url>-Tag an und endet mit </url>. Möchten Sie ein neues Item anlegen, so kopieren Sie einfach den gesamten Code des Items samt <url> und </url>.
Innerhalb des <url>-Containers haben die Tags folgende Bedeutung:
<loc>– URL zur Webseite<lastmod>– Datum der letzten Änderung im ISO 8601-Format (JJJJ-MM-TT)<changefreq>– Angabe zur Häufigkeit der Änderungen- always
- hourly
- daily
- weekly
- monthly
- yearly
- never
<priority>– Priorität der einzelnen Webseite gegenüber den anderen (Standardpriorität ist 0.5)
Bei der Erstellung der Google Sitemap sollten Sie beachten, dass Sie alle Daten „ehrlich" angeben. Google weist daraufhin, dass <changefreq> als Empfehlung zu verstehen ist. Auch die Priorität, die Sie einer Webseite geben, wirkt sich nicht auf die Position in den Suchergebnissen aus. Mit der Priorität steuern Sie lediglich die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre wichtigen Webseiten im Suchindex des Suchriesen landen. Weitere Informationen zum XML-Protokoll finden Sie unter www.google.com/webmasters/sitemaps/docs/de/protocol.html.
Lass Dir helfen: Online-Generatoren
Es gibt zahlreiche Methoden, eine Google Sitemap zu generieren. Entweder Sie legen selbst Hand an, nutzen einen der Online-Generatoren, installieren ein Plugin für Ihr Redaktionssystem oder lassen sich von einem der zahlreichen Open-Source-Scripte helfen. Bei übersichtlichen Website-Präsenzen nutzen Sie am besten einen Online-Generator. Zahlreiche Webmaster bieten bereits einen solchen Service – meist kostenlos – an.

Ein etwas verwirrender und unübersichtlich gestalteter Service, dafür jedoch mächtig und hilfreich, ist der Sitemap-Generator von Tarrant It. Diesen finden Sie unter www.sitemaps.blocklayer.com. Auch wenn der Service etwas gemächlich über Ihren Internetauftritt krabbelt, so erledigt er seine Arbeit dankenswerterweise gewissenhaft. Hat es sich ausgekrabbelt, erhalten Sie ein Formular, in welchem Sie die Einträge nach Datum filtern, die Prioritäten für jede einzelne Webseite bestimmen und abschließend mit einem Klick auf XML-SiteMap die eigentliche Datei erstellen können.
Hervorragend ist auch die Möglichkeit, die Sitemap in Form einer schlichten HTML-Linkliste abzuspeichern. Beinhalten Ihre Webseiten das Meta-Tag <meta name="description" content="inhalt" />, bekommt jeder Link außerdem noch eine Beschreibung, die Ihren Besuchern bei der Orientierung dient.
Ein weiterer, aber nicht ganz so komfortabler Online-Generator befindet sich unter www.googen.eu.tt. Auch dieser arbeitet zuverlässig, bietet jedoch keine zusätzliche Funktion, die Sitemap als HTML-Dokument zu speichern.

Automatische Google Sitemap mit PHP
Richtig komfortabel funktioniert der PHP Sitemap Generator, den Sie unter http://enarion.net/google/phpsitemapng/ frei herunterladen können. Nach dem Entpacken des Archivs müssen Sie lediglich den Ordner auf Ihren Server hochladen und können das Script über die Browser-Adresszeile aufrufen. Legen Sie Wert darauf, dass die Einstellungen des Generators nicht verlorengehen, so müssen die Schreibrechte des Verzeichnisses settings und die sich darin befindenden PHP-Dateien auf chmod 777 gesetzt werden.

Beim Gebrauch von phpSitemapNG sollten Sie vorsichtig vorgehen. Das Script durchsucht Ihren gesamten Server und listet anschließend die Dokumente auf. Konfigurieren Sie den Crawler so präzise wie möglich, damit keinerlei geschützte oder nicht für die Öffentlichkeit gedachten Dokumente von Google indiziert werden. Um Ordner vor der Indizierung auszunehmen, geben Sie diese unter Exclude directories ein. Dazu gehört auch der Ordner des Scriptes selbst. Im Eingabefeld Exclude files werden Dateiendungen spezifiziert, die übergangen werden sollen.
Aber keine Angst: Wenn Sie das Script über den Submit Settings-Button starten, wird erst eine Liste mit den gefundenen Dateien angelegt. Diese können Sie komfortabel ein weiteres Mal editieren. Dokumente lassen sich immer noch leicht ausklammern, die nicht in Ihrer Sitemap auftauchen sollen. Weiterhin legen Sie hier die Informationen zu Datum, Frequenz und Priorität fest. Wenn Sie zufrieden sind, genügt ein abschließender Klick auf den Create File-Button, und der Generator speichert die Google Sitemap im Wurzelverzeichnis als sitemap.xml ab.
Google Sitemap melden
Liegt die Sitemap auf dem Server, müssen Sie Google nur noch informieren. Für das Login benötigen Sie ein eigenes Google-Konto. Sollten Sie einen der Google-Services wie Adsense oder Gmail bereits nutzen, benötigen Sie kein weiteres Konto. Besitzen Sie noch kein Konto, so erstellen Sie sich eines kostenlos.






Folgen Sie den Informationen und schließen Sie den gesamten Anmeldevorgang ab, nachdem Sie die Datei mit dem gewünschten Namen hochgeladen haben. Google schickt alsbald seine Suchroboter vorbei. Über das Backend können Sie jederzeit den Stand der Entwicklung mitverfolgen und neben Statistiken bietet Google im Sitemap-Konto weitere hilfreiche Hinweise, wie unter anderem den Fehlerreport.

Zahlreiche Scripte für CMS-Systeme
Zum Schluss seien noch kurz die zahlreichen Plugins und Scripte für bekannte Redaktionssysteme wie WordPress, MovableType, MediaWiki oder phpBB genannt. So übernimmt ein Redaktionssystem wie MovableType gerne das Erstellen der Sitemap mit jedem neuen Eintrag. Im Redaktionssystem legen Sie hierbei lediglich ein neues Index-Template an, in welches Sie den folgenden Code kopieren:
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<urlset xmlns="http://www.google.com/schemas/sitemap/0.84">
<url>
<loc><$MTBlogURL encode_xml="1"$></loc>
<priority>1.0</priority>
</url>
<MTEntries lastn="9999">
<url>
<loc><$MTEntryPermalink encode_xml="1"$></loc>
<lastmod><$MTEntryModifiedDate utc="1" format="%Y-%m-%dT%H:%M:%SZ"$></lastmod>
</url>
</MTEntries>
</urlset>Zahlreiche Plugins und Hilfen finden Sie auf den Google-Seiten selbst unter: code.google.com/sm_thirdparty.html. Dort finden Sie weiterhin zahlreiche Werkzeuge zur Erstellung einer Google Sitemap von Drittanbietern, ob Scripte, Plugins oder Desktop-Anwendungen. Die wichtigste Quelle zur Erstellung einer Google Sitemap finden Sie unter www.google.com/webmasters/sitemaps/docs/de/about.html. Diese ist zum Glück auch in einer deutschen Version online.