Fachbeitrag
Wordpress: Das exzellente Open Source Weblog-CMS
Wozu dienen Weblogs?
Weblog-Systeme sind kleine wendige Redaktionssysteme, die schnell aufzusetzen sind - vor allem das beliebte Open Source Weblog-System Wordpress. Denn Wordpress lässt sich innerhalb von fünf bis zehn Minuten installieren und startklar machen. Nach weiteren fünf bis zehn Minuten ist das Weblog-System dann sogar für den ersten Blick in die Welt personalisiert und einsatzbereit. Doch wozu taugt ein das Wordpress-Weblog? Wordpress eignet sich natürlich hervorragend für Tagebücher und persönliche Webseiten, die deren Einträge chronologisch sortiert und fix aktualisierbar sind. Darüberhinaus kann Wordpress aber auch hervorragend für eine Image-Seite eines kleinen Unternehmens genutzt werden, da neben einer Vielzahl von unterschiedlichen Skins/ Schablonen/ Templates das System frei erhältlich ist und alle wichtigen Funktionen mitbringt, ein Unternehmen kurz und knackig vorzustellen. Wordpress und andere Weblog-Systeme eignen sich weiterhin für Unterseiten, die in Tickerform schnelle Nachrichten liefern und/ oder den Entwicklungsprozess von Projekten dokumentieren. Last not least eignet sich Wordpress außerdem für den Einsatz als Podcast-Feed-Generator plus dazugehörender Website.
Natürlich ist Wordpress lange nicht das einzige Open Source und frei erhältliche Blog-CMS. Weblog-Systeme gibt es mittlerweile fast wie Sand am Meer. Trotzdem hat sich Wordpress gegenüber Systemen wie Nucleus, Textpattern, Serendipity oder Plog durchgesetzt, was neben einer starken Community auch an einem übersichtlich zu handhabenden System liegt. Glücklicherweise gibt es neben einem hervorragenden Wiki zur Dokumentation auch eine deutsche Community, die die Software ebenfalls mittels Wiki betreut – siehe Links am Ende des Artikels. Zusätzlich kommt Wordpress mit einem superbem Template-System daher. Nach dem Upload des Templates, muss dieses nur noch via Wordpress-Backend mit einem Klick ausgewählt werden, und schon präsentiert sich die gesamte Seite in einem neuen Look.
Konfiguration von Wordpress
Nach der Installation – siehe Box - erreicht man das Backend (Redaktionssystem) von Wordpress über die URL www.ihre-domain.de/wordpress/wp-login.php. Als allererstes suchen wir das Menü Benutzer auf. Hier vervollständigen wir unser Profil und ändern unser temporäres Passwort. Um unserem Weblog einen eigenen Namen und passenden Slogan zu verpassen, hüpfen wir in die Optionen.

Die Eingabefelder erklären sich von selbst. Damit man beim Verfassen eines Artikels immer im Modus Erweiterte Schreiboptionen arbeitet, klicken wir in den Optionen auf den Unterpunkt Schreiben und wählen die Funktion. Wer gerne viel und fleissig schreibt, kann die Texteingabebox vergrößern. Dies erleichtert die übersichtliche Eingabe von Artikeln.

Die 5-Minuten-Wordpress-Installation
Das Open Source Weblog-System Wordpress gehört zu den am einfachsten zu installierenden Redaktionssystemen. Für einen einwandfreien und sauberen Betrieb muss vor der Installation nur sichergestellt werden, dass PHP ab Version 4.1 sowie MySQL ab Version 3.23.23 vorliegt. Außerdem sollte - wenn möglich - das Apache Modul mod_rewrite vom Webhoster ihrer Wahl unterstützt werden. Zwar ist mod_rewrite nicht wirklich notwendig, verschönert jedoch die URLs und unterstützt dadurch suchmaschinenfreundlichere Webseiten-Links. Los geht’s!
- Laden Sie die neueste Version von Wordpress unter www.wordpress.org/download/ herunter (in unserem Fall Version 1.5.1.2)
- Laden Sie unter http://files.wordpress.de/index.php?action=category&id=1 die aktuellste deutsche Sprachdatei herunter.
- Entpacken Sie das Wordpress-Archiv auf ihre Festplatte.
- Legen Sie im Wordpress-Unterverzeichnis wp-includes einen neuen Ordner mit dem Namen languages an und kopieren Sie die deutsche Sprachdatei in diesen Ordner.
- Öffnen Sie einen Editor und speichern Sie eine leere Datei mit dem Namen .htaccess im Hauptordner von Wordpress ab. Achten Sie darauf, dass die Datei keine Dateiendung wie zum Beispiel txt besitzt. Die .htaccess-Datei benötigt Wordpress später für das Generieren von suchmaschinenfreundlichen URLs.
- Benennen Sie nun wp-config-sample.php in wp-config.php um, und öffnen die Datei in einem Editor.
- Damit die Installation nahtlos funkioniert, müssen Sie nun die korrekten Datenbankzugangsdaten eingeben. Ändern Sie dazu die folgenden Code-Zeilen:
define('DB_NAME', 'Datenbankname');
define('DB_USER', 'Benutzername');
define('DB_PASSWORD', 'Datenbankpasswort');
define('DB_HOST', 'localhost');- Ergänzen Sie anschließend die Zeile mit define (›WPLANG‹, ›‹); mit define (›WPLANG‹, ›de_DE‹); damit Wordpress in deutscher Sprache startet.
- Wenn Sie Wordpress nicht im Wurzelverzeichnis ihres Accounts installieren wollen, legen Sie ein Wordpress-Verzeichnis mit dem Namen Ihrer Wahl an.
- Laden Sie nun alle Scripte des Wordpress-Ordners in das jeweilige Verzeichnis.

- Liegen sämtliche Daten auf dem Server müssen nur noch die Zugriffsrechte der .htaccess-Datei auf CHMOD 666 gesetzt werden.
- Rufen Sie nun das Installationsscriptes unter der folgenden Adresse auf: www.ihre-domain.de/ihr-wordpress-verzeichnis/wp-admin/install.php.



- Befolgen Sie sämtliche Schritte des kurzweiligen Install-Wizards und löschen Sie abschließend aus Sicherheitsgründen vorsichtshalber das PHP-Script install.php im Ordner wp-admin per FTP-Programm.
- Wordpress ist nun startklar und über den Browser im von Ihnen ausgewählten Verzeichnis aufrufbar sein. In das Redaktionssystem können Sie sich unter www.ihre-domain.de/ihr-wordpress-verzeichnis/wp-login.php einloggen.
Wenn unser Webhoster wie im Installationskasten erwähnt das Apache Modul mod_rewrite anbietet, verschönern wir im Unterpunkt Permalinks unser Artikel-Links. Dazu füllen wir das Eingabefeld Struktur mit dem Code /%postname%/ und klicken danach auf Permalink Struktur aktualisieren. Jeder Artikel bekommt nun eine eigene lesbare URL, die wir bei der Eingabe unseres Artikels beeinflussen können.
Damit man Bilder über das Redaktionssystem hochladen kann, müssen die Schreibrechte des wp-images-Ordners auf chmod777 gesetzt werden. Um den Upload freizuschalten, setzen wir im Unterpunkt Verschiedenes ein Häckchen bei Erlaube das Hochladen von Dateien. Nach einem Klick auf Einstellungen aktualisieren erscheint nun ein neuer Menüpunkt namens Upload in der oberen Navigationsleiste. Damit uns Wordpress nach dem Upload einen korrekten Link zum Bild präsentiert, müssen wir nur noch im Feld URL dieses Verzeichnisses die korrekte URL angeben, die auf den Bilderordner verweist.
Um Artikel zu sortieren, bietet Wordpress dem Redakteur ein hierarchisch strukturiertes Kategoriensystem. Das bedeutet, dass Kategorien auch Unterkategorien haben dürfen. Nach der Installation verfügt das System noch über keinerlei Kategorien, darum müssen Kategorien erst einmal über den Menüpunkt Verwalten > Kategorien angelegt werden. Jeder Kategorie darf man auch eine eigene Beschreibung mit auf den Weg geben, die später über die Templates aufgerufen werden kann.

In der Standardeinstellung werden in der rechten Seitenleiste Links angegeben. Diese editiert, löscht und erweitern Sie über den Menüpunkt Links. Die interne Wordpress-Verwaltung ermöglicht uns hierbei die Organisation mehrerer Link-Listen. Sehr geeignet ist diese Funktion für diejenigen, die ihre Links gerne in Kategorien sortieren.
Ein erstes individuelles Design mittels des Kubrik-Template
Nichts ist leichter, als das eigene Wordpress-Weblog über einen Klick ein eigenes Aussehen zu verpassen. Neue und freie Themes finden Sie einerseits über den Theme-Browser von Alex King oder eine kleine Auswahl auf der Wordpress-Website – siehe Links am Ende des Artikels.

Doch schon mit der Installation von Wordpress bietet das Weblog-System zwei Themes zur Auswahl. Das Standard-Theme von Wordpress ab Version 1.5 wurde von Michael Heilemann entworfen und lässt sich in windeseile anpassen. Denn Michael Heilemann bietet eine Photoshop-Datei auf seiner Seite http://binarybonsai.com/kubrick/ zum Download an, die modifiziert werden kann. Ein abschließender Klick innerhalb Photoshop auf Datei > Für Web Speichern… legt die notwendigen Grafiken fein in Einzelteile zerlegt auf die Festplatte. Anschließend müssen Sie diese nur noch in das Images-Verzeichnis des Default-Themes unter /wp-content/themes/default/images/ hochladen und die alten überschreiben.

Der modulare Aufbau von Wordpress-Themes
In seiner heruntergekochtesten Version besteht ein Wordpress-Theme aus der CSS-Datei style.css und dem index.php-Template. Dabei kann das index.php-Template flexibel genutzt werden und theoretisch alle wichtigen Seiten wie Kategorien-, 404-, Archiv-, Suche- und individuelle Artikelseiten ausgeben. Sinnvoll ist es jedoch ein Wordpress-Theme modular aufzubauen. Ein guter Startpunkt bildet hierbei das Default-Theme. Da Wordpress auf einer Template-Hierarchie fusst, gehören zu jedem Theme die folgenden Templates auf die Wordpress zurückgreift, sofern das Theme nicht selbst mit diesen Dateien aufwartet.
- header.php
- sidebar.php
- footer.php
- comments.php
- comments-popup.php
Um ein eigenes Wordpress-Theme aufzusetzen, erstellen Sie einfach einen Unterordner im www.ihre-domain.de/wordpress/wp-content/themes/ mit einem eigenen Namen, zum Beispiel mein-template. Anschließend kopieren Sie am besten aus dem Default-Template alle Dateien in das neue Verzeichnis. Damit das eigene Template im Redaktions-Backend auftaucht, muss die styles.css-Datei angepasst werden. Diese liest Wordpress nämlich aus, um die wesentlichen Informationen über das Template zu erfahren. Dazu modifizieren Sie einfach die Daten nach ihrem eigenen Geschmack, zum Beispiel so:
/*
Theme Name: Mein erstes Wordpress Template
Theme URI: http://mo.phlow.de/
Description: Meine ersten Theme-Schritte
Version: 1.0
Author: Moritz Sauer
Author URI: http://mo.phlow.de/
*/Wie oben beschrieben basieren Themes auf unterschiedlichen Templates, die aus einer Mischung aus eigenen Wordpress-Tags und normalem (X)HTML bestehen. Natürlich können die PHP-Dateien neben Wordpress-Befehlen auch weitere PHP-Befehle und –Funktion beherbergen.
Wordpress-Tags – Anatomie und Funktionsweise

Damit Wordpress Artikel und Informationen aus der Datenbank abruft und in den Templates platziert, gibt es verschiedene Arten von Tags. Diese Tags bestehen aus maximal drei Komponenten. Dem PHP-Code-Tag, einer Wordpress-Funktion und optionalen Parametern, die an die Funktion übergeben werden können. Um zum Beispiel die ID-Nummer eines Artikels auszugeben, schreibt man den folgenden Code in ein Wordpress-Template:
<?php the_ID(); ?>
Optionale Parameter zur Ausgabesteuerung fügt man innerhalb des Wordpress-Tags ein. So lassen sich zum Beispiel mit dem Befehl <?php bloginfo('Parameter'); ?> verschiedene Informationen, wie Blog-Name, Blog-Charset, Blog-URL etc. ausgeben. Möchten Sie die Beschreibung ihres Weblogs ausgeben, hacken Sie am besten folgenden Wordpress-Befehl in das Template:
<?php bloginfo('description'); ?>
Neben den Tags für die Datenausgabe gibt es die Include-Tags. Mit diesen Tags ruft man andere Templates innerhalb eines Templates auf. So fügt zum Beispiel <?php get_sidebar(); ?> das Sidebar-Template ein. Vorteil dieser Art von Programmierung ist, dass Funktionen und Inhalte, die innerhalb mehrerer Templates genutzt werden über ein Template abgerufen werden können. Das macht zum Beispiel für die Such-Funktion Sinn, die auf jeder Webseite auffindbar sein sollte. Standard-Include-Tags sind außerdem <?php get_header(); ?> und <?php get_footer(); ?>.
Wordpress verfügt über eine große variable Bandbreite an Tags und Möglichkeiten Inhalte auszugeben. Eine Übersicht und weiterführende Informationen finden Sie in der Dokumentation unter http://codex.wordpress.org/Template_Tags.
The Loop – Eine Schleife gibt Auskunft
Damit Wordpress Artikelinhalte abruft und ausgibt, benötigen wir eine Schleife, die den Abruf einläutet. Die Wordpress-Programmierer nennen die Funktion humorvoll und konspirativ: The Loop. Die Funktion The Loop ist nämlich die Hauptverantwortliche, wenn es darum geht Inhalte sortiert und nach Paramtern gesteuert auszugeben. Inhalte wie HTML-Tags oder Bilder, die sich innerhalb der Loop befinden, werden hierbei pro Artikel ausgegeben. Weisen Sie zum Beispiel The Loop an, fünf Artikel auszugeben, wird die Schleife fünfmal durchlaufen und alle Tags, die sich innerhalb der Schleife befinden, werden sodann ausgeworfen.
Ein Beispiel:
<?php if ( have_posts() ) : while ( have_posts() ) : the_post(); ?>
<h2><?php the_title(); ?></h2>
<h6><?php the_time('d. F Y'); ?></h6>
<?php the_content('Weiterlesen...'); ?>
<?php endwhile; else: endif; ?>
In der ersten Zeile startet die Schleife und endet mit der letzten. »The Loop« wird solange durchlaufen bis alle Einträge ausgegeben wurden: Ausgeworfen werden dabei für jeden Eintrag der Titel <?php the_title(); ?>, das Datum <?php the_time('d. F Y'); ?> und ein Anreissertext plus »Weiterlesen…"-Link zum gesamten Artikel <?php the_content('Weiterlesen...'); ?>. Der HTML-Code für einen Artikel sieht dann so aus:
<h2>Download-Tipp: Brigitte Bijoux!</h2>
<h6>18. Juni 2005</h6>
<p>Endlich ist das neue Album von Brigitte Bijoux online. <a href="/wordpress/download-tipp#more-7">Weiterlesen...</a></p>Wordpress erlaubt eine Vielzahl von Sortierungsmöglichkeiten. Natürlich lassen sich gezielt einzelne Artikel abrufen oder Artikel nach Kategorien oder Datum sortieren. Weiterhin lassen sich nicht nur Artikel anzeigen, sondern auch dynamische Navigationsleisten, ob horizontal oder vertikal erstellen, die bei Anlegen einer neuen Kategorie, diese einfach von alleine in die Navigation mitaufnehmen.
Wordpress-Tuning mit Plugins

Von Haus aus wird Wordpress mit drei Plugins installiert, die jedoch deaktiviert sind. Das sind »Hello Dolly«, »Markdown« und »Textile«. Während »Hello Dolly« recht überflüssig ist, haben es die beiden anderen Plugins jedoch in sich. Beide Plugins unterstützen den Schreiber nämlich bei der Formatierung der Artikel. Hierbei empfiehlt es sich, dass entweder Markdown oder Textile aktiviert wird, da sich sonst die beiden Plugins ansonsten beharken und stören. Entscheidet man sich für den Text-Konverter Markdown, so braucht man bei der Eingabe von neuen Texte keinerlei HTML-Tags mehr in die Eingabefelder einzufügen. Denn ähnlich wie bei der Syntax von Wikis, übersetzt Markdown leicht zu merkende Steuerzeichen. Das hat zweierlei Vorteil: Einerseits wird dadurch der einzugebende Text wesentlich lesbarer und andererseits müssen unerfahrene Schreiber über keinerlei HTML-Kenntnisse verfügen und brauchen sich nur die Steuerzeichen merken. Am besten versteht man Markdown anhand eines Beispiels.
Um zum Beispiel innerhalb eines Tutorial-Artikels eine ungeordnete Liste mit Fakten einzugeben, reicht die folgende Syntax:
* Fakten
* Noch mehr Fakten
* Ausreichend FaktenMarkdown konvertiert die Liste in gültiges HTML, dass dann im HTML-Quellcode so aussieht:
<ul>
<li>Fakten</li>
<li>Noch mehr Fakten</li>
<li>Ausreichend Fakten</li>
</ul>Somit lassen sich mit Hilfe von Markdown schnell Texte aus Textverarbeitungen übernehmen, ohne sie mühselig als HTML zu konvertieren. Dadurch vermeidet man bei der Texteingabe Fehler durch nicht geschlossene HTML-Tags und kann sogar im Weblog geschriebene Artikel schnell in Textprogramme übernehmen ohne mühselig den HTML-Code zu eliminieren. Eine ausführliche Beschreibung der Markdown-Syntax finden Sie unter www.daringfireball.net/projects/markdown/. Weitere zahlreiche Plugins für Wordpress findet man im Wordpress-Wiki unter http://codex.wordpress.org/plugins. Und jetzt viel Vergnügen beim Publizieren :)
Links
- Wordpress Download: www.wordpress.org/
- Wordpress deutsche Sprachdatei: http://files.wordpress.de/index.php?action=category&id=1
- Wordpress-Anleitung in Englisch: http://codex.wordpress.org
- Wordpress-Anleitung in Deutsch: http://doku.wordpress.de
- Wordpress-Support-Forum: www.wordpress.org/support/
- Kubrik-Default-Theme: binarybonsai.com/kubrick/
- Wordpress-Themes: www.wordpress.org/extend/themes/
- Wordpress-Theme-Browser: alexking.org/software/wordpress/theme_browser.php