Fachbeitrag
SEO: Die Kunst der Suchmaschinen-Optimierung

Suchmaschinen spülen maßgeblich neue Besucher an die eigenen Domain-Gestade. Websites die gute Platzierungen erreichen, vergrößern ihren Kunden- und Leserkreis. Dabei profitieren nicht nur Suchmaschinen von den technischen Verbesserungen, sondern auch die Surfer durch bessere Strukturen und korrekt benannte Bilder und Links. Wir erklären Ihnen, wie Sie Ihre Website optimieren und zum richtigen SEO werden.

Gibt man in der Google-Suchmaske die beiden Begriffe »Suchmaschinen« und »Optimierung« ein, erhält man satte 961.000 Suchtreffer. Denn der Kampf um die besten Platzierungen in Suchmaschinen entscheidet oft über den Erfolg und Misserfolg einer Website. Kein Wunder, dass es somit ein neues Berufsfeld gibt: die SEOs – die »Search Engine Optimizer«. Aber auch als Nicht-Experte können Sie erstaunliche Ergebnisse erreichen, wenn Sie wichtige Regeln beachten.

Es kommt auf den Inhalt an!

Die wichtigste Regel, um in einer Suchmaschine zu landen, lautet schlichtweg: Es kommt auf den Inhalt an! Hierbei zählt vor allem, je spezialisierter der Inhalt, desto größer sind die Chancen, eine Top-Platzierung zu erreichen. Diese Platzierungen können Sie jedoch auch maßgeblich beeinflussen, indem Sie Ihre Inhalte gut aufbereiten, strukturieren und mit den richtigen HTML-Tags auszeichnen. Diese Strategie verspricht meist doppelten Erfolg, weil auch die Besucher vom Einhalten von Webstandards profitieren. Denn wer auf das gekonnte Zusammenspiel der Parameter achtet, kann schnell und oftmals sogar leicht große Synergieeffekte erzielen. Generell sollten Sie immer darauf achten, dass Sie bei der Programmierung einer Website die Regel im Kopf behalten: je einfacher, desto besser.

Free Monitor
Free Monitor

Mit dem kostenlosen Free Monitor behält man seine Google-Platzierungen im Auge und fragt die eigenen Positionen für Suchbegriffe ab.

Keywords und Keyword-Strategie

Ein Textdokument wird nur dann Teil eines Suchergebnisses, wenn es das gesuchte Wort als Begriff beinhaltet. Darum gehört zu den wichtigsten Aufgaben die Wahl von geeigneten Schlüsselwörtern, meist als Keywords bezeichnet. Diese sollten den Inhalt des Dokumentes bzw. Artikels optimal repräsentieren und gleichzeitig von Suchenden in entsprechender Wortwahl auch so gesucht werden. Darum lautet die Frage: »Welche Begriffe verwenden potentielle Kunden oder Interessierte, wenn sie meine Dienstleistungen, Produkte oder Artikel suchen?«

Achten Sie vor allem auch darauf, dass Sie Synonyme und Begriffe aus der Umgangssprache nutzen. Wenn Sie z.B. ausgebildeter Florist sind und Blumen verkaufen, sollten Sie Schlüsselwörter wie »Blumenladen« oder »Blumengeschäft« dem Begriff »Florist« vorziehen, da Suchende sicherlich eher »Blumenladen« als »Florist« eingeben. Empfehlenswert ist hierbei eine Liste mit allen möglichen Schlüsselwörtern, die aus Fachbegriffen, Synonymen und umgangssprachlich verwendeten Begriffen besteht. Firmennamen eignen sich in den seltensten Fällen. Dagegen eignen sich Gattungsbegriffe bzw. Begriffe, die Produktkategorien beschreiben, sehr.

Aufgabe der Bestimmung geeigneter Suchworte muss es also sein, Wortkombinationen so zu bestimmen, die das Produkt- und Dienstleistungsspektrum aus dem Blickwinkel der Anwender beschreiben. Dazu kann auch das bewusste Falschschreiben von Begriffen von Vorteil sein, wenn erfahrungsgemäß eine ausreichend große Anzahl von Personen bestimmte Begriffe falsch schreiben. Hierausfolgend sollten Sie drei bis fünf Keywords je Dokument verstärkt einsetzen, um eine Steigerung der Gewichtung für diese Begriffe zu erreichen. Denn tendenziell erreichen einige wenige Keywords in einem Dokument bessere Ergebnisse. Darum benutzen Sie diese Keywords wiederholt im Text. Trotzdem wird nur ein geringer Teil der Treffer ausschließlich über diese Begriffe erzielt, da oft die Menge der weniger gebräuchlichen Begriffe plus die Vielzahl der Kombinationen einen Großteil der Suchtreffer ausmachen.

Ouverture Search Term Suggestion Tool
Ouverture Search Term Suggestion Tool

Auf der Website von Ouverture hilft das »Search Term Suggestion Tool« beim Finden der richtigen Keywords.

Das Finden der richtigen Begriffe

Aber welche Begriffe geben die meisten Surfer in einer Suchmaschine ein? Suchen die Benutzer eher nach einem »Immobilienspezialist(en)« oder einem »Immobilienmakler«? Das »Search Term Suggestion Tool« von Overture kann Ihnen bei dieser Entscheidung helfen (inventory.overture.com/d/searchinventory/suggestion/). Laut Overture tippen in unserem Fall die Mehrzahl der Surfer den Suchbegriff »Immobilienmakler« ein. Dieser siegt entscheidend mit einem Punktestand von 90499 zu 13 über »Immobilienspezialist«.

Ein weiteres gutes und wichtiges Werkzeug bei der Erstellung von Suchbegriffen ist »Der MetaGer-Web-Assoziator«, den Sie unter metager.de/asso.html finden. Dieser eignet sich hervorragend, wenn Sie neue oder bessere Begriffe zu einem Thema suchen. Zwei weitere Keyword-Tools sind der Keyword-Generator von Espotting (de.espotting.com/popups/keywordgenbox.asp und das Google AdWords Keyword Tool (adwords.google.com/select/KeywordSandbox).

Website Validator
Website Validator

Ist der eigene (X)HTML-Code korrekt? Der Website Validator hilft bei der Überprüfung der Syntax und hilft bei Fehlern.

Onsite-Optimierung: Suchmaschinen-konforme Websites

Suchmaschinen durchsuchen Webseiten mit sogenannten Spidern oder Suchrobotern. Das sind Programme, die Ihre Website und die Unterseiten absurfen und an Analyseprogramme weitergeben, die die Webseite dann »indizieren« bzw. katalogisieren. Dabei sollten die Programme auf so wenig Fehler wie möglich stoßen, um Ihre Seite korrekt analysieren zu können. Das bedeutet, dass Sie Ihre Webseiten so fehler- und einwandfrei programmieren sollten wie möglich. In erster Linie ist darauf zu achten, dass Ihre Webseiten den Webstandards entsprechen, weil sich die führenden Suchmaschinen an diesen orientieren. Darum sollten Sie wenn möglich auf XHTML setzen, die konsequente und logische Weiterentwicklung von HTML. Um Ihre Webpräsenz zu testen, eignen sich hervorragend die kostenlosen Validatoren im Netz, mit deren Hilfe Sie über Ihren Browser prüfen können, wo evtl. Probleme und Fehler in der Programmierung liegen. Die deutsche Version finden Sie unter: validome.org/lang/ge.

Die richtige Aufbereitung des Inhaltes

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Sie den Suchmaschinen helfen, den Inhalt auf einer Website zu indizieren. Anstelle von <div>-Containern für die Gewichtung einzelner Über- und Zwischenschriften sollten Sie die alten, aber guten Headline-Tags <h1> – <h6> nutzen. Diese können Sie mittels CSS genauso stylen wie <div>-Container. Denn Google & Co. gewichten den Inhalt, der zwischen den Text-Tags steht, je nach dem umschließenden HTML-Tag. So wird einem Begriff größere Bedeutung zugemessen, wenn er z.B. mit einem <h3>-Tag ausgezeichnet wird, als ein Begriff, den die Suchmaschine innerhalb eines <p>-Paragraphen findet. Anstelle

<div id="ueberschrift">Titel des Artikels</div>

sollten Sie deswegen

<h1>Titel des Artikels</h1>

nutzen. Das hilft einerseits der Suchmaschine und andererseits hält es Ihren Quellcode klein und übersichtlich.

Je mehr sich ein roter Faden der Suchbegriffe durch den Inhalt eines Dokumentes spinnt, desto mehr wird die Suchmaschine die Begriffe als wichtig »empfinden« und in Zusammenhang miteinander bringen. Dabei sollten die Schlüsselwörter unter anderem in den folgenden Bereichen auftauchen:

Suchmaschinen Optimierung bei Google
Suchmaschinen Optimierung bei Google

Heiß umkämpfte Kombination: »Suchmaschinen Optimierung«. Neben einem aussagekräftigen Titel hilft auch eine gute URL für eine gute Platzierung.

Um intelligente Links zu erzeugen, lohnt es sich, den Inhalt auch in verschiedenen Ordnern abzuspeichern. Anstelle alle HTML-Dokumente in einem Verzeichnis abzulegen, sollten Sie die Dokumente in Rubriken sortieren. Wenn Sie eine Website zu einem Fahrradladen bauen, achten Sie auf eine sinnvolle Baumstruktur, die sich anschließend in einem Link niederschlägt. Das macht doppelt Sinn. Einerseits können Sie wiederholt ein Keyword unterbringen und andererseits hilft es dem Suchenden. Denn unterbewusst nimmt man als Surfer bei der Suche auch die URL wahr. So klickt der Suchende wahrscheinlich eher auf einen Link, der wie

www.dannys-fahrradladen.de/bmx/bmx-raeder-angebote.html

aussieht, als aussagelos

www.dannys-fahrradladen.de/html/item-3993.html

gekennzeichnet ist. Übertreibungen wie z.B.

www.dannys-fahrradladen.de/fahrrad/fahrrad/fahrrad.html

sollten Sie jedoch vermeiden, da diese als Spam-Versuch verstanden werden könnten. Im extremsten Fall führt dies zu einer Verbannung Ihrer Site aus dem Katalog der Suchmaschine. Weiterhin gelten folgende Merkregeln für URLs:

<title> – Die Bedeutung des Dokumententitels

Dem Titel einer Website sollten Sie ganz besondere Beachtung schenken. Einerseits wird er als allererstes aufgelistet und beeinflusst dadurch maßgeblich den Suchenden, andererseits geben die Suchmaschinen dem <title>-Tag eine besonders hohe Gewichtung. Das W3C empfiehlt hierbei eine Länge von 64 Zeichen, und viele SEOs richten sich nach diesen Maßgaben. Verschwenden Sie hierbei nicht zu viele Zeichen für Ihren Firmennamen und Slogan. Empfehlenswert wäre sogar, ganz darauf zu verzichten, wenn der Firmenname nicht wichtige Schlüsselbegriffe beinhaltet. Denn wenn Ihre Marke unbekannt ist, wird sie keinen Aha-Effekt beim Suchenden auslösen. Außerdem orientiert sich Google auch an der Abfolge der Begriffe. Das bedeutet, dass Begriffe, die im Titel weiter vorne stehen, eine höhere Wertung erhalten. Probieren Sie es deshalb entweder mit ganz kurzen Titeln mit maximal zwei Suchausdruck-Kombinationen oder mit Abwandlungen des Begriffs als Quasi-Wiederholung in Singular, Plural, zwei Schreibweisen oder unterschiedlich deklinierten und konjugierten Begriffen.

Firefox-Plugin Pagerank
Firefox-Plugin Pagerank

Welchen Pagerank verbucht meine Website bei Google? Das kleine Firefox-Plugin von Stephane Queraud gibt Auskunft.

Pole Position & Pagerank – Auf dem Siegertreppchen

Damit eine Website eine Top-Position bei Google und anderen Suchmaschinen erreicht, müssen eine Menge unterschiedlicher Faktoren übereinstimmen. Denn die Algorithmen, die hinter den Maschinen stecken, bewerten Webseiten aus einer Vielzahl von Faktoren. Neben den Inhalten misst z.B. Google auch die schiere Größe eines Internetauftrittes. Denn je mehr Inhalte ein Webauftritt besitzt, desto wichtiger erscheint er. Weiterhin spielen auch die Klicks auf die Suchergebnisse bei der Gewichtung eine nicht zu unterschätzende Rolle, weil Suchmaschinen die Klicks der Suchenden auf die jeweiligen Links zählen. Dadurch hilft der Surfer Google mit seiner eigenen Auswahl bei der Gewichtung der angeklickten Website.

Außerdem sollten Sie auf Ihre Link-Popularität achten. Denn Inhalte, die von einer Vielzahl von Websites verlinkt werden, werden als wichtig eingestuft und erreichen dadurch eine bessere Position. Die Link-Popularität ist ungemein wichtig. Versuchen Sie, sich mit anderen Websites zu alliieren, die einen guten Pagerank bei Google besitzen. Ein Link von einer hochkarätigen Website überwiegt hierbei eine Vielzahl von Links schmalbrüstiger Webauftritte um einiges.

Ein weiterer Faktor, der den Pagerank bei Google positiv beeinflusst, ist unter anderem auch ein Eintrag der eigenen Webpräsenz im Open Directory Project dmoz.org. Dieses wird von Menschen betreut und editiert. Weitere Informationen zum Google-Pagerank finden Sie unter: google.de/intl/de/corporate/tech.html.

robots.txt

Eine wichtige Datei im Zusammenhang mit Suchmaschinen ist die Datei »robots.txt«. Mit Hilfe dieser ganz normalen Textdatei können Sie die offiziellen Suchmaschinen in der Katalogisierung Ihrer Website steuern. So möchte der ein oder andere z.B. nicht, dass seine Bilder von Google in die Bildersuche integriert werden. Auch lassen sich bestimmte Unterverzeichnisse vor einer Indizierung schützen. Die Robots-Datei muss im Wurzelverzeichnis Ihrer Domain liegen und kann z.B. so aussehen:

# robots.txt zu http://www.ihre-domain.de/

User-agent: *      # alle Suchmaschinen einbeziehen
Disallow: /bilder/      # nicht Ordner Bilder indizieren
Disallow: /news.html      # diese Datei nicht indizieren

Weitere wichtige Informationen zur Robots.txt-Datei finden Sie unter http://de.selfhtml.org/diverses/robots.htm und einen Robots.txt-Generator unter searchcode.de/robotstxt.php.

Regeln für die Suchmaschinenoptimierung

  1. Am Anfang des Entwurfes einer Website muss ein eindeutiges technisches und inhaltliches Konzept stehen, das auf den Anforderungen der Suchmaschinen basiert.
  2. Achten Sie auf eine korrekte und webstandardkonforme Programmierung Ihrer Webseiten (XHTML).
  3. Strukturieren Sie den Programmcode Ihrer Website so einfach und übersichtlich wie möglich.
  4. Ein Dokument kann im Allgemeinen immer nur zu einigen wenigen Suchbegriffen eine gute Rangposition erzielen.
  5. Es existiert angesichts der unterschiedlichen Suchmaschinen keine allgemeingültige Strategie.
  6. Erzielen Sie Synergieeffekte, indem Sie konsequent Link-Name, Titel, Inhalt und Textauszeichnung aufeinander abstimmen.
  7. Optimieren Sie Ihre Seiten für Google! Denn der Platzhirsch unter den Suchmaschinen besitzt einen Marktanteil von über 75%.
  8. Gestalten Sie Ihre URLs, sortieren Sie sie in Unterordnern und geben Sie ihnen aussagekräftige Namen/Schlüsselbegriffe.
  9. Damit Suchroboter neue Dokumente schneller entdecken, sollten Sie über die Index-Seite fließen (z.B. üblich bei Weblogs und Magazinen). Legen Sie außerdem eine Sitemap Ihrer Website an, auf welcher alle Dokumente verlinkt sind. Nicht nur Google & Co. werden es Ihnen danken, sondern auch Ihre Besucher erfreut eine Übersicht ihres Angebotes.

Hilfreiche Werkzeuge für die Optimierung

Um die Google-Rankings der eigenen Schlüsselbegriffe im Auge zu behalten, eignet sich für Webmaster das kostenlose Windows-Programm Free Monitor. Dieses zeigt, wo Top-Positionen erreicht wurden und an welchen Stellen die eigene Webpräsenz der Optimierung bedarf und evtl. auf den hinteren Rängen rangiert. Damit Sie die Software nutzen können, brauchen Sie zuallererst einen Google Account bzw. einen »Google Authentication Key«. Dieser ermöglicht Free Monitor die Kommunikation via Google Web API und listet anschließend die Ergebnisse auf.

Ein weiterer kleiner, aber feiner Helfer, den Pagerank einer Website zu ermitteln, ohne die Google-Toolbar zu nutzen, ist das Firefox-Plugin von Stephane Queraud. Dieses ermittelt den Pagerank und zeigt eine Verlinkung der Website an, wenn diese im Open Directory Project vertreten ist. Noch umfangreicher ist das Firefox-Plugin PR Googlebar. Außer der Anzeige des Pageranks erhält man weitere Informationen wie Backlinks, eine Suche nur auf der aufgerufenen Seite oder den Aufruf des letzten Google-Cache-Schnappschusses.