Vermarkte Dich selbst!
Das eigene Logo
»If you want something done… DO IT YOURSELF!« Nichts ist so mühselig wie die eigene Karriere in Schwung zu bringen. Ein paar Tipps für die Promotion in eigener Sache. Do’s and Donts.
Was sind die Fakten?
Wie überall im Leben ist Ehrlichkeit sich selbst gegenüber am wichtigsten. OK, es kennt Euch keiner, aber das kann man ändern. Aber machen wir uns nichts vor, ohne Öffentlichkeitsarbeit und Engagement jenseits des Mixers geht gar nichts. Denn DJs sind keine Dornröschen, die ein Prinz wach küsst. Bis also das eigene Booking vor Aufträgen brennt, ist es eine langer und schwieriger Weg. Schließlich gibt es heute DJs in rauen Mengen. Das noch immer keine DJs im Baumarkt auflegen ist eigentlich sehr verwunderlich.
Promotion - Me, Myself and I
Kontakte sind wie überall auch das wichtigste im DJ-Leben. Einen guten Draht zur Szene findet man nach wie vor am ehesten im Plattenladen. Kauf dort nicht nur Platten ein, sondern chatte auch ein wenig mit dem Verkäufer. Wie beim Frisör, weiss der oft was geht und wenn er Euch mag, hat er vielleicht irgendwann einmal einen guten Tipp.
Natürlich können auch Parties ein guter Kontaktpunkt sein. In der Regel bringt es aber nichts sich an andere DJs zu wenden. Die sind selten hilfsbereit, schließlich könntest Du besser sein und ihnen den Platz streitig machen. Versuch die Veranstalter kennenzulernen, denn die entscheiden, wer auflegt.
Habt Ihr dann einen Ansprechpartner, heisst es schnell handeln. Zeigt Eure Zuverlässigkeit, indem Ihr wie verabredet handelt und die Mix-CD schickt. Damit zeigt Ihr, dass es Euch ernst ist und Ihr Termine einhaltet. Diven ohne Namen braucht kein Club. Eure Kontaktdaten solltet Ihr direkt auf die CD oder das Tape schreiben. Eine Playlist plus Kurzbio mit Kontaktdaten solltet auch beiliegen. Die können aber verloren gehen. Der Mix jedoch fliegt womöglich im Office oder Auto herum. Dumm wenn dort nichts draufsteht und niemand mehr weiss, wer das geile Set gemischt hat.
Virtuelle Promotion
Eine eigene Website ist eine feine Sache. Doch sie ersetzt nicht den persönlichen Einsatz. Also versteckt Euch nicht im Netz. Auf Eure Website sollten unbedingt: Bilder von Euch, Adresse, Selbstbeschreibung, Playlists und Orte, wo Ihr aufgelegt habt. Ein Weblog ist auch eine feine Sache. Habt Ihr eigene Produktionen am Start, dann setzt diese online. Aber Vorsicht: eine schlechte Produktion kann Eurem Namen schaden. Dann lieber den Ball flachhalten.
50/50 - Mixen versus Vermarktung
Ob Ihr wollt oder nicht. DJ-tum ist mehr als Auflegen und Abende gestalten. Seid höflich, aber hartnäckig. Beackert die Veranstalter, fragt nach Euren Mixen, ob sie den Clubbetreibern gefallen. Dadurch haltet Ihr Euch in Erinnerung und solange kein »ist nichts für uns« erklingt, solltet Ihr dranbleiben. Timing ist dabei sehr wichtig. Eine gesunde Mischung aus Nachfragen und Abwarten ist hier die beste Lösung. Also greift in die Tasten eurer Tastatur und Telefone und verschickt Mixe.
Dabei könnt Ihr Euch auch einen Namen machen, wenn Ihr Euren Sound an Radiosendungen schickt. Ob Spezialsendung im herkömmlichen Medium oder Webradio. Redakteure freuen sich immer über guten Inhalt, den sie nicht selbst produzieren müssen.
Bezahlung und eigene Parties
Als Newbie hat man es schwer in der Szene. Achtet darauf, dass Ihr vor Eurer »Arbeit« den Preis aushandelt, sonst gibt es ein böses Erwachen bzw. ein schräges »Dankeschön-Für-Das-Kostenlose-Auflegen-Lächeln«. Auf Dauer schadet Euch vor allem Preisdumping. Wenn Du heute 50 € akzeptierst, warum sollte der Clubbesitzer morgen mehr zahlen?
Enttäuschend ist oftmals, wie alte Strukturen ihre Herrscherstellung verteidigen. Techno, House und Drum&Bass sind mittlerweile 20 Jahre alt - HipHop noch älter. Die Chefs der Szene von Sven Väth über Hell bis hin zu den Turntable Rockern sind alte Herren.
Geht womöglich rein gar nichts in Eurer Stadt, dann seid ihr selbst gefragt. Mit Überzeugung kann man eine eigene Szene aufbauen und sich gleichzeitig als Veranstalter einen Namen machen.