DJ Programmgestaltung
Last Night The DJ Saved My Life!
Als DJ hat man Verantwortung. Ob man nun im Hintergrund einer Lounge die Menschen beschallt oder die Tanzfläche zum Schwingen bringen will. Ihr seid maßgeblich für den Abend verantwortlich. Denn Musik erzeugt Gefühle, bringt Menschen näher zusammen und kann unmittelbar wirken.
Natürlich trifft man nicht jedermanns Geschmack, dafür gibt es Rock, Techno, Schlager, Heavy Metal, Disco, Gothic und zig weitere Varianten. Aber dafür gibt es auch unterschiedliche Clubs und man sollte sich den/die aussuchen, der/die zum eigenen Stil passen und wo Menschen verkehren zu denen man sich zählt.
Psychologie und das Aufspüren der Vibes, also wie die Menschen drauf sind, ist fundamental. Dabei solltet ihr bei Euch selbst anfangen. Selbstreflektion und Fragen, wie »Was würde ich gerne hören?« sind da der erste Anfang. Jedes Heavy Metal-Set verliert den Dampf, wenn nicht zwischendurch Dynamik erzeugt wird. Dynamik bedeutet, das Set lockern und auch einmal Ruhephasen einführen, in welchen sich die Tänzer auch einmal kurz ruhen können. Natürlich verlassen dann einige die Tanzfläche. Dafür holen sie sich aber vielleicht ein Bier, der Umsatz steigt, der Besitzer freut sich und wenn der nächste Hammer auf dem Plan steht, vibriert wieder der Club.
Wichtig ist dabei jedoch darauf zu achten, dass das Set nicht zerfahren wirkt und zu viele Brüche bekommt. Man kann seine Clubber auch in zu vielen Klangteppichen und Breaks ertränken.
Wichtigste Eigenschaft eines DJs ist aber seine Serviceleistung. Ein Schlagerpublikum will keine Techno-Schranz-Nummer, ein Housepublikum keinen Emocore. So sehr ihr davon überzeugt seid, dass es eine geile Nummer ist, ein Loungevolk will kein Brett. Wenn ihr kein Resident mit Stammpublikum bzw. Fans seid, müsst ihr Euch erst das Vertrauen erarbeiten bis ihr so richtig deep abtaucht und die Tänzer mitnehmt. Zu Anfang eignen sich da Klassiker, (Club)Hits und angesagtes Material, dass die Clubber schon kennen oder meinen zu kennen. Zu viel Pulver solltet Ihr auch nicht verschießen, der Abend braucht schließlich auch zwischendurch noch Highlights.
Natürlich muss das Publikum auch erzogen werden, müssen neue Nummern dazwischen geschoben werden, damit der Club nicht verstaubt. Manchmal muss man auch ein wenig stoisch sein, und eine kleine Durststrecke fahren, um die Leute zu überzeugen. Aber es kommt auf die Dosis an. Fragt Euch selbst und fühlt den Club.