Weitere Kritiken/ Vinylscheiben
Plattenkritiken

HipHop

Moabit: Topmodel

2LP/CD

New Noise/ Labels

Mit jeweils dem Original, Instrumental und den reinen Vocals plus Scratches versorgen Moabit einen mit zwei sehr unterschiedlichen Rap-Stücken, die es in sich haben. Während »Topmodel« sehr orientalisch auf so verzögerten Beats bounced, schlackert »Du machst guten Rap« da eher ein wenig ill mit gecutteten Samples. Dabei marschiert der 1-2-1-2-Beat stumpf vor sich hin, schieben sich die Klavier, Sprachfetzen und was weiss ich dazwischen und bringen das Ding zum swingen. Mal was neues. (mo.)

3,5 Pucks

TechHouse

Ferenc Coronch: France

Vinyl-Maxi

Kompakt/ Kompakt

Mit »France« geht es sofort zur Sache. Mit glücklich-strahlendem Antlitz grinst der Track frech und lässt den Körper verzückt pulsieren. Neben trickreich gestreuten Breaks sowie leicht blubberndem Acid schwingt hier Aufregung pur. »Bul« fügt sich da dem kölschen Schunkel-Schaffel-32-Takt-Beatmuster. Hierbei wirken die Sounds leicht elektro-mäßig und das Stück kommt nicht wirklich auf den Punkt. Schade. (mo.)

2,5 Pucks

Dance

Dorau/ Köhnke: Durch die Nacht

Dorau/ Köhnke: Durch die Nacht

Vinyl-Maxi

Kompakt/ Kompakt

Schmunzel. Andreas Dorau und sein Schlager-House sind zurück. Der Typ zum Knuddeln, hat sich Schnulz-Kollege Köhnke geschnappt und präsentiert uns drei trashige House-Kapellen-Nummer und eine schlackernde Downbeat-Nummer. Während der Titeltrack irgendein obskures Sample ausgegraben hat, auf der eine Frau daherquäkt, nölt Dorau auf dem Schaffelbeat von Wassermann selbst und liefert eine wunderbar euphorische Nummer. Süßes Gebäck unter anderem mit funky Gitarren-Geschrammel. (mo.)

3 Pucks

DubTechno

Neurotron: Parusha EP

Vinyl-Maxi

Deep And Dark Rec./ Astral Music

Die Jungs von Neurotron haben einen langen Weg hinter sich. Angefangen als Netaudio-Künstler liegt nun das erste Vinyl auf dem jungen Label Deep And Dark vor. Während auf der B-Seite hypnotisch Pad-Chords morphen und über einem Basslauf pulsieren, geht es auf der A-Seite schon ein wenig paranoider zu. Sehr atmosphärisch und düster krabbelt auf einem Elektro-Beat leicht-prickelnde Euphorie empor, die sich dann 9 Minuten Zeit nimmt uns zu beschwören. Klasse. (mo.)

4 Pucks

Minimal House

Kéli: Too Close To Dawn EP

Vinyl-Maxi

Night Drive Music

Die junge Frau aus Kalifornien eröffnet das neue Night Drive Music Label aus Güstrow mit soliden und sanft schunkelnden Minimal-House-Tracks. Zwar lässt sie sich nicht auf richtige Wagnisse ein, dafür sind ihre Stücke fein reduziert und anmutig. Besonders harmonisch entwickelt sich von den vier Stücken »For You« and »Green Feeling«. Denen wohnt so eine deepe Selbstzufriedenheit und Schüchternheit inne, dass man einfach nur denkt: sympathisch. (mo.)

3,5 Pucks

Drum&Bass

DJ Marky & XRS: In Rotation

DJ Marky & XRS: In Rotation

2LP/CD

Innerground/ Grooveattack

Die Beiden haben es einfach raus, wie man knackige Tracks mit Schubkraft und smartem Pop-Appeal baut. Vielleicht liegt das an der Sonne da unten in Brasilien, vielleicht aber auch an einem lockeren Gemüt, dass lustig mit Beats, Samples und Sounds jongliert. Egal. Ob Marky & XRS und knackige oder flockig-housige Drum&Bass-Tracks produzieren, das Tempo runterschrauben und Mal eben ein wenig NuJazz fabrizieren oder ein deftigen House-Beat stompen lassen – es groovt. Selbst Vikter Duplaix bringen sie das steppen bei. Eine Klasse für sich. Das einzige was richtig Scheisse ist, das auf CD doch tatsächlich die Tracks ausgefadet werden, obwohl genügend Platz da ist. So was geht mir einfach nicht in den Kopf. (mo.)

4,5 Pucks

NuJazz/ House/ Downbeat

Rodney Hunter: Hunter Flies

Rodney Hunter: Hunter Flies

2LP/CD

G-Stone Rec.

Sonnige Tunes mit ordentlich Hüftschwung-Faktor. Rodney Hunter kurbelt seine Fader und Mischpultpotis irgendwo gen House, wo NuJazz nicht weit ist und alles diesen gewohnten lebhaft-angeheiterten G-Stone-Flavor hat. Wo »Work That Body« nah an den Stereo MCs seine Boobs schwingt, reckt Rodney seinen Zeigefinger in anderen Stücken gen Discokugel, schließt die Augen und schwingt wie Travolta. Auch schön ist diese Weite und charmante Euphorie in seinen Produktionen. Sogar ein wenig Rap plus four to the floor gibt’s. Abwechslungsreiches Album für zu Hause und das Set. (mo.)

4 Pucks

House

Superpitcher: Here Comes Love

Superpitcher: Here Comes Love

2LP/CD

kompakt/ kompakt

Lange mussten wir warten. Die Erwartungshaltung wurde über die Monate immer höher geschraubt angesichts seiner erstklassigen Remix-Arbeiten. Aber irgendwie ist es nicht der Knaller, den ich erwartet hatte. Mit lasziver Stimme croont Aksel Schaufler da auf seinem Debut. Sogar Charlotte Roche ist mit einer Deutsch-Nummer dabei. Nett, aber alles nicht spektakulär und die Tanzfläche wird es nicht abfackeln. Hat alles schon seinen eigenen Charme, aber es funkt nicht, nur bei »People«… (mo.)

2,5 Pucks

NuJazz

Beanfield: Seek

Beanfield: Seek

2LP/CD

Compost Rec./ Universal

Mit »Seek« liegt ein sehr variables NuJazz-Album vor, reich an Schattierungen, an komplexen und ausgetüfftelten Beats sowie bodenständigen Soundmaterial. Zuhause funktionieren die Songs mit Vocals hervorragend und auch ein Mitwippen in der Lounge ist garantiert. Aber angesichts der gemütlichen Geschwindigkeit im Downbeat und Mid-Tempo-Bereich und der verspielten Beats, sind die Stücke eher Party-Stopper oder für den kuscheligen Auftakt geeignet. Reinhörtipps: »Home«, »15 & 8«. (mo.)

3,5 Pucks

House/ Downbeat

Biggabush: Biggabush Free

Biggabush: Biggabush Free

2LP/CD

Stereo Deluxe

Nee, dass ist mir echt zu cheesy und billig. Statische Beats, abgelutschte Sounds, blöde Abmischung und von Rafinesse keine Spur. OK, ein paar Nettigkeiten sind dabei, aber insgesamt zu unspektakulär, das passt nicht in die Plattenkiste. Skip. (mo.)

1,5 Pucks

IDM/ HipHop

Funkstörung: Disconnected

Funkstörung: Disconnected

2LP/CD

K7 Rec.

Die Sequenzenschnippselschieber sind zurück. Und wow! Vollkommen neurenoviert, mit Pop en masse, schwören sie dem alleinigen sequenzen, schneiden, dekonstruieren zwar nicht vollkommen ab, aber Songs, Gitarren, Soul und Melodien erhalten den Einzug. Klar, Soundfrickeleien gibt es auch wieder en masse, aber schon allein die Stimme von Enik verleiht den Tracks so eine tiefe, dass man Funkstörung nun auch gerne in der Lounge hört. Gerne würden sich die intelligenten Dance-Tracks (IDM) auch zurecht in eigenwillige Downbeat- oder HipHop-Sets schleichen. Sehr reif. (mo.)

4 Pucks

Dub

Deadbeat: Something Borrowed Something Blue

2LP/CD

Scape / indigo

Ein sehr ruhiges und atmosphärisches Album präsentiert uns da der Kanadier. Zeitlupenaufnahmen unterlegt mit knisternden Sounds. Tiefe gemütliche Basslinien legen da ein Fundament für ein sehr kühles digitales Album, dass die Tracks ineinanderfließen läßt. Hier schält sich nichts egomanisch in den Vordergrund, bleibt in der Regel verhalten und eignet sich eher für ambiente Sets und elektronische Wohnzimmer mit Couch. Zurück bleibt ein schönes Gefühl ohne festgehaltene Gedanken, ohne Melodien im Kopf. (mo.)

3,5 Pucks