Frisch gefischt von Moritz Sauer
Netzmusik
Nachdem herzlose Webmaster-Roboter den Server von www.hippocamp.net samt mp3s Anfang November plattgemacht hatten, sind die Engländer nun wieder voll auf Ballhöhe. Vor allem Jim Noir serviert uns ein melodisches Album, dass verschmitzt Brit-Pop flüstert und uns mit edlen Lo-Fi-Downbeat-Tracks die Seele streichelt. Sanft wie Air in alten Zeiten und smart glänzend wie Songs der Beatles, verfallen wir gerne süßen Texten und niedlichen Refrains. Also schnell saugen, bevor irgendein Idiot wieder den Server zerschießt…
Das Label Camomille (http://camomille.genshimedia.com) ist mittlerweile bei seinem 52. Release angekommen. Hauptsächlich stammen die Künstler aus dem Umfeld der Demo-Szene, emanzipieren sich jedoch von reiner Computer-Demo- oder Spiele-Musik. Viele der Tracks lieben Shredder-Beats und übergießen den Zuhörer mit IDM-Tüfteleien à la Funkstörung. Doch ab und zu finden sich auch dickere HipHop-Beats mit smoothen Sounds. Crispe Breaks baut unter anderem Blisaed auf seiner »Feelings in general« EP. Die passen wunderbar in die Lounge, wie z.B. auch sein lohnenswerter Remix von »Neuroton« für Network19. Nur’n bisschen Subbass könnten die Tracks noch vertragen.
Neben dem gnadenlos freshen Album »Gesamtlaufzeit LP« von Marko Fürstenberg, dass jeden sphärischen DubTechHouse-Liebhaber weich klopft, schunkelt www.thinnerism.com sweet mit Paul Keeleys »Sussex Blue EP« in den Hüften. Sehr sexy und ein wenig angelehnt an den Copy&Paste-Funk von Akufen, aber lange nicht so statisch und nerdig. Sehr atmosphärisch, sanfte Pads und shuffelnde Housebeats par excellence plus ordentliche Remixe. Und weil das noch nicht genug ist, sprüht die Posse mit dem 50. Release eine abwechslungsreiche Compilation der Allstars oben drauf.