September
Plattenkritiken
DUB DOWNBEAT
4 Pucks
Trio Eléctrico
Echo Parcours
(Stereo Deluxe/ Soulfood)
CD/ Doppel-Vinyl
Man hört sofort das bei diesem Trio Boozoo Bajou-Produzent Peter Heider mit an den Reglern sitzt. Denn jede Menge Rhodes, Dub-Echoes und ausgefeilte Rhythmen über sphärischen Tracks sind sein Trademark. Die bequemen sich zwar seltenst aus dem behutsamen Downbeat-Bereich, können aber durchaus wie in »Echo Parcours«, »Ego Poem« oder hiphoppig wie »Por Donde Vas« richtig zupacken. Sehr organisches Album mit Hörnern, rauchigen Vocals-Samples, dass schon einmal gut die Tanzfläche vorheizt. (MS)
HIPHOP
4,5 Pucks
Diverse
Practice Avoiding Mistakes
(Tokyo Dawn Rec./ Groove Attack)
CD/ Doppel-Vinyl
Pst! Geheimtipp! Tokyo Dawn startete 1997 als Netlabel. Jetzt wagen die Heads den Schritt und veröffentlichen auf Hardware. Sage und schreibe 20 Tracks mit fast genauso vielen Artists zwischen HipHop, Soul und chilligem Downbeat verwöhnen das Ohr. Unglaublich, wie homogen und warm das klingt. Wer Dela Soul, Tribe oder HiTek ins Herz geschlossen hat, wird über sehr laid-back daherkommenden Beats entzückt sein. Dickes Wow an die Künstler. (MS)
DRUM & BASS
3,5 Pucks
Cativo
Pain 2
(Assimilation Rec./ Indigo)
CD/ Doppel-Vinyl
Cativo ist kein großer Meister vielschichtiger Melodieverläufe. Harmonische Drum&Bass-Soundscapes oder housige Anthems liegen ihm fern. Seine Wurzeln reichen eher in den verseuchten Boden von Detroit. Die physische Kraft von Bass und Drums zählt, und der clevere Einsatz von perkussiven Elementen. Das macht die Grooves eigenwillig funky und hebt sie von anderen Produktionen ab. Das kickt deftig. (MS)
TechHouse
4 Pucks
Heiko Laux presents
Offshore Funk
(Kanzleramt/ EFA)
CD/ Doppel-Vinyl
Pendelnd zwischen latinifizierten Beats und straighter 4-on-the-floor präsentiert Heiko Laux ein wunderbar variables Album. Gemeinsam mit dem Jazzer Teo Schulte entstanden hier Techno-House-Tracks, die mal smooth-maritimes Flair verbreiten, dann aber auch wieder funktional den Club durchrütteln. Warme Soundskulpturen, deepe Chords und clevere Breaks brechen immer wieder die Geradliniegkeit. Jazz ist das natürlich nicht dafür aber eine Frischzellenkur. (MS)