Zwischen gestylter Optik und visuellem Overkill

Internet-Workshop (Teil 4)

Neben den Sounds, Loops und Mixen auf der Homepage eines DJs gehören Bilder zum wichtigsten Werkzeug in der Eigen-Vermarktung. Nichts präsentiert den eigenen Erfolg als DJ so gut, wie clever ausgewählte Bilder. Deswegen könnt Ihr hier neben den eigenen DJ-Styles noch einmal über die optische Schiene zeigen wie Ihr auftretet und wie das Publikum bei Eurem Set abgegangen ist. Doch bei aller Euphorie gibt es auch mal wieder ein paar wichtige Details, damit die Website-Besucher nicht verschreckt werden und Eure Präsenz gut ankommt.

Selbst Profis machen Fehler

Erstaunlicherweise beherzigen selbst professionelle DJs die wichtigsten Tatsache nicht oder deren Webdesigner gehören gesteinigt. Vor allem ist es wichtig, dass Ihr neben kleinen bzw. für das Internet optimierten Bildern auch Print-fähige Bilder auf Eurer Seite verlinkt. Warum? Ganz einfach. Versetzt Euch mal in die Lage eines Redakteurs oder Journalisten. Wenn einer von Beiden für ein Stadtmagazin oder eine Musikzeitschrift wie zum Beispiel unser DJ Magazine die Rubrik »Party-Dates« betreut, braucht er in der Regel auch Bilder, um einen Event den er gut findet besonders hervorzuheben. Vielleicht ist es zufälligerweise eine Veranstaltung wo Du auflegst und er besucht Deine Webseite. Bietest Du ihm nun vernünftiges Bildmaterial, landest Du womöglich mit Deinem Gesicht in den Party-Dates. Wer sich selbst mal beim Lesen von Zeitschriften beobachtet, vor allem beim Stöbern in Anzeigen und Terminen, dem wird auffallen, dass er meist magisch auf solchen textlastigen Seiten von Bildern angezogen wird. Wirkt das Bild sympathisch, lustig oder stylish, liest man in der Regel auch gleich die Bildunterschrift oder den dazugehörigen Text – und das bedeutet Aufmerksamkeit. In Härtefällen steht und fällt die Ankündigung einer Veranstaltung in einer Zeitschrift auch mit dem angebotenen Bildmaterial. Menschen haben scheinbar ein Gen fürs Hingucken, weil Texte beim Schauen immer zweitrangig sind.

Also, beschafft Euch Bilder, die richtig den Sehnerv kitzeln!

Wie Du Bilder aufbereitest – Auflösung, Manipulation und Tuning

Nun solltet Ihr aber nicht gleich Bilder in Monsterauflösung auf Eure Webseiten schaufeln, denn das verärgert vor allem die Modem-Besitzer bei denen sich 2MB-Bilder so liebevoll und sanft zeilenweise aufbauen während der Surfer frustriert die Buchstabenbeschriftung seiner Tastatur abkratzt.

Probiert es auf die klassische Weise. Entweder Ihr verlinkt die kleineren Bilder und erläutert unter dem Bild, dass man mit einem Klick zur Printversion gelangt oder wenn Ihr mit einem Malprogramm umgehen könnt, dann setzt einfach ein Lupen-Icon in die unter Ecke (siehe z.B. spiegel.de)

Lupen-Icon-Verlinkung zur Printversion

Gesonderte Seiten auf denen man jedoch noch einmal auf sämtliche Bilder-Downloads trifft, entpuppen sich aber auch als keine schlechte Idee. Nichts geht über Service.

Komprimiertes JPG mit sichtbaren Artefakten

Bildausschnitt mit der Lupe vergrößert

Original ohne Kompressionsartefakte

Bilder für den Printbereich und für das Internet unterscheiden sich in einem ganz wichtigen Punkt: der Bildauflösung genannt dpi (Dots per Inch). Während dem Browser eine Auflösung von 72dpi reicht, werden im Printbereich 300dpi und aufwärts benötigt. Das liegt daran, das beim Druck die Punkte näher aneinander liegen. Außerdem solltet Ihr die JPG-Bilder so wenig komprimieren wie möglich, da sonst Artefakte die Bilder krisselig, ungenau und mit digitaler Akne überziehen. Darum komprimiert die Bilder maximal zu 80%. Perfektionisten speichern die Bilder im .tif-Format, da so die Bilder überhaupt nicht komprimiert werden. Nur steigt dadurch die Datenmenge des Bildes immens.

In Programmen wie Photoshop findet Ihr im Menüpunkt »Bild > Bildgröße« meistens die genauen Angaben zu dem jeweiligen Bild, dass ihr gerade bearbeitet.

Bildgröße-Dialog in Photoshop

Oftmals sind Fotos, ob gescannt oder mittels Digital-Kamera aufgenommen ein wenig kontrast-arm und womöglich leuchten außerdem die Farben nicht so satt. Deswegen, solltet Ihr auf jeden Fall noch ein bisschen weiter Tunen. Hilfreich sind da vor allem die Funktionen »Kontrast & Helligkeit« als auch die »Graduationskurven«. Mit diesen lässt sich hervorragend das Material manipulieren. Wer auf das Auto-Tuning von z.B. Photoshop vertraut drückt einfach die Tastenkombination Umschalt-Steuerung-L. Das Programm korrigiert die Tonwerte automatisch, was oft zu guten Ergebnissen führt.

Visuelle Stimulanz

Da die Print-Bilder als dicke Datei enorm viel Webspace für sich beanspruchen, sprengt das oft den eigenen digitalen Datenparkplatz. Für vorbeistromernde Redakteure sollte aber eine Auswahl von 5 bis 10 Bildern reichen. Alle anderen Besucher freuen sich über für das Netz optimierte Bilder. Dabei solltet Ihr jedoch beachten, dass wenige gestochen scharfe Bilder mehr sind, als jede Menge Bilder mit JPG-Akne (siehe Beispiel). Für ausführlichere Tutorials solltet Ihr die unten gelisteten Seiten besuchen, die hervorragendes Lernmaterial bieten.

Wer einmal die optimierten Bilder auf der eigenen Festplatte stapelt, möchte sie nun für das WWW aufbereiten. Dazu gibt es natürlich unzählige Möglichkeiten. Automatisierte Prozesse jedoch gehören zu den elegantesten Lösungen. Wer Photoshop besitzt, sollte sich einmal genauer mit dem Menüpunkt »Datei > Automatisieren > Webfotogalerie« auseinandersetzen. Innerhalb von Minuten nach der Auswahl von Schablone und Hintergrund-Farbe, baut Photoshop wie von Geisterhand die HTML-Seiten selbst, generiert die Thumbnails und legt brav alles in Ordnern an. Die schaufelt dann nur noch Euer FTP-Programm online.

Das klappt aber auch hervorragend mit der kostenlosen Freeware JoJoTumb (www.jojosoftware.de/jojothumb). Die Software passt automatisch die Bildgröße an, hilft bei den Einstellungen für die Thumbnails und erlaubt unter anderem auch das erstellen einer Index-Seite für mehrere Alben.

JoJoThumb Screenshot JoJoThumb Screenshot JoJoThumb Screenshot JoJoThumb Screenshot

Fotologs, Fotocommunities und kostenlose Web-Galerien

Wem der eigene Webspace für seine Bilder-Galerie nicht reicht, sollte sich mal kostenlose Angebote wie Sonys www.imagestation.com, www.snapfish.com oder www.maxsyncron.de anschauen.

Imagestation.com: Bilder-Upload Imagestation.com: Bilder-Verwaltung Imagestation.com: Bilder hochladen

Jeder Service erlaubt es Euch Fotos hochzuladen und in einem festen Rahmen zu präsentieren. Snapfish bietet neben dem Gratis-Album auch die Möglichkeit, dass die Besucher die Bilder als Fotos bestellen können – eine witzige Funktion für Eure Hardcore-Fans.

Richtig interessant werden aber kostenpflichtige Angebote wie www.fotocommunity.de oder www.photosig.com. Hier können die Fans sogar Kommentare hinterlassen. Dafür liegen die Bilder jedoch außerhalb Eurer Webseite und Deeplinks werden hier nicht gern gesehen.