Tipps & Tricks wie man Mixe und Tracks saftig für die eigene Webpage aufbereitet und die Zuhörer mit einem Stream verwöhnt. mp3 und Ogg Vorbis machen es möglich
Musik ordentlich gequetscht und verlinkt
Internet-Workshop (Teil 3)
Nachdem wir in den letzten beiden Workshops besprochen haben, wie man seine eigene Internetseite angehen sollte und wie man sich intelligent per Email vermarktet, soll es sich diesmal um die Inhalte für Eure Website und den Newsletter drehen.
Vor allem juckt die Musik unter den Fingern. Denn nichts ist für einen jungen DJ bei seiner Bewerbung für neue Jobs so wichtig, wie ein Mix. Ob nun auf CD-gebrannt, old-schoolig per Tape eingereicht oder per Internet verbreitet. Dabei bietet das Web mal wieder mehrere Möglichkeiten den Sound an die Zuhörer zu bringen. Auf der einen Seite gibt es die verschiedensten WWW-Projekte, die Mixe zum Stream (Datenstrom via Internet meist in Ton und/ oder Bild) anbieten, aber selten einem »no-name«-DJ ein Forum bieten, es sei denn er ist der Überflieger oder gehört zur Crew. Von solchen Hürden solltet Ihr Euch zwar nicht abschrecken lassen, aber auch nicht nur diese Möglichkeiten im Auge behalten. Schreitet also wieder einmal selbst zur Tat und vermarktet Euch selbst.
Der Veteran und sein Nachfolger
(Englische Seite mit umfangreichen Links zu mp3-Encodern)
http://sourceforge.net/projects/xtractor
(Open Source Enkodierer, der auch Ogg-Vorbis unterstützt)
(Infos & Software zur Erstellung von Ogg-Vorbis-Sound-Dateien)
Ob Bilder, Anwendungen oder auch Musik, wie immer gibt es die verschiedensten Formate, die alle ihre Vor- und Nachteile besitzen. Die wichtigsten hierbei sind OGG Vorbis (.ogg), Real (.ram/.rm), WinMedia (.wmv/.wma) und natürlich mp3.
Das weitverbreitetste Format, der Veteran unter den Quetsch-Algorithmen ist natürlich mp3, dass seinen Siegeszug Mitte der 90er langsam, dann aber gewaltig antrat. Der klare Vorteil des mp3-Datei-Formats liegt vor allem darin, dass es heute von so gut wie allen Abspielgeräten ob Hard- oder Software unterstützt wird. Egal welche Software installiert wurde, ob Windows Media Player oder Real One, ob WinAmp oder iTunes, alle lesen und verstehen den Algorithmus und können Ihn mittlerweile auch streamen. Durch die Möglichkeit des Streamings und bei einer konstanten Download-Geschwindigkeit lässt sich somit auch eine 100 MB-mp3-Datei direkt anhören ohne sie erst herunterladen und dann öffnen zu müssen.
Ist der Mix dann einmal komplett im Player durchgelaufen liegt er in der Regel auch irgendwo in einem temporären Verzeichnis und muss nicht ein zweites Mal gesaugt werden. Trotzdem gibt es einige wichtige »Kleinigkeiten« (siehe unten), die ihr beachten solltet.
Die Freigeister unter Euch sollten sich vielleicht Gedanken über den Einsatz von Ogg Vorbis machen. Das Open-Source-Format bietet genauso wie mp3 selbst einen guten Klang bei niedrigen Bitraten. Ogg Vorbis ist frei verfügbar und lizenzfrei. Mittlerweile unterstützen auch viele Internet Radios, portable Geräte als auch Software-Player wie der WinAmp das Format. Die Software, um die ogg-Dateien zu erstellen ist natürlich kostenlos und funktioniert einwandfrei.
In diesem Bericht wird auf die anderen beiden Formate nicht eingegangen, weil Real nur einen kostenlosen Player anbietet und die Enkodier-Software gekauft werden müsste und weil das Microsoft-Format nicht wirklich sexy ist (und auch nicht überall unterstützt wird).
Qualität und Angebot
Wer seine Mixe zum Stream als auch zum Download anbieten möchte, sollte immer beachten, dass es mittlerweile zwar mehr als 3,5 Millionen DSL-Breitbandverschwender in Deutschland gibt, dass die Mehrzahl der Surfer aber immer noch mit Modem unterwegs sind. Deswegen lohnt es sich auf jeden Fall zwei Versionen des Mixes anzubieten. Der Lo-Fi-Stream sollte mit nicht mehr als 48 kb/s in Mono komprimiert werden. Da Modems mit einer Maximal-Geschwindigkeit von 56kb/s surfen und die Übertragung schwanken kann, kommt es bei besseren Auflösungen unweigerlich zu einem Ruckeln im Stream. Unter anderem potenziert ihr durch eine niedrigere Auflösung auch Eure Zuhörerzahl und Besucher erhalten obendrei die Möglichkeit kurz in den Mix hineinzuhören. Den Hi-Fi Mix jedoch solltet Ihr zwischen 128 und maximal 192kb/s komprimieren. Eine noch bessere Auflösung ist nicht erforderlich.
Wer seinen Mix jetzt durch den Algorithmus jagen möchte, sollte ihn auf keinen Fall, wie bei einer Mix-CD üblich, in die einzelnen Tracks zerlegen, da dadurch kleine Verzögerungen bei den Übergängen entstehen. Diese stören definitiv den Genuss und liegt daran, weil das mp3/ogg-Format die Daten in Frames und nicht Zeiteinheiten wie bei einer CD zerlegt.
Ein enkodierter 60 Minuten-Mix, erhält in der Regel je nach Auflösung die folgende Ergebnisse:
mp3 mit 48kb/s/ Mono ergibt ca. 21 MB
mp3 mit 128kb/s/ Stereo ergibt ca. 56 MB
mp3 mit 192kb/s/ Stereo ergibt ca. 84 MB
ogg mit 48kb/s/ Mono ergibt ca. 18 MB
ogg mit 128kb/s/ Stereo ergibt ca. 56 MB
ogg mit 192kb/s/ Stereo ergibt ca. 83 MB
ID-Tags
http://massid3lib.sourceforge.net
Ein mp3 beinhaltet nicht nur ausschließlich Musikdaten, sondern obendrein noch zusätzliche Meta-, sprich Text-Informationen. Diese werden im sogenannten ID-Tag abgespeichert, den es in zwei Varianten bzw. Versionen gibt. Mit Hilfe des ID-Tags bekommt Ihr eine Möglichkeit an die Hand, dem Zuhörer neben der Musik etwas mitzuteilen. Das ist vor allem deswegen wichtig, weil ein Datei-Name nicht immer Aufschluss über die Herkunft eines mp3s/oggs gibt. Denn oft saugen sich Musik-verwöhnte Surfer jede Menge Sounds oder tauschen sie mit Freunden. Meist vergessen sie die Herkunft der Dateien und wissen nicht mehr, woher die eigentlich Datei stammt. Deswegen solltet Ihr unbedingt Eure mp3s/oggs, die Ihr tauscht oder ins Netz stellt »taggen«. In der Regel sollte Euer Konvertierungs-Programm dazu fähig sein, den ID-Tag zu editieren. Falls das nicht der Fall sein sollte, empfiehlt sich einer der zahlreichen oft sehr komfortablen ID-Tag-Editoren, die sich auch gerne Eurer restlichen mp3s/oggs annehmen.
Der Trick mit der m3u-Datei
Eigentlich ist eine m3u-Datei lediglich eine winzige Text-Datei mit den Links zu den jeweiligen Musik-Dateien, ob Ogg Vorbis, mp3 oder andere Formate. Das geniale an der Datei aber ist, dass man sie auf seiner Webseite hinterlegen und auf sie mit einem Link verweisen kann. Da iTunes, Winmedia oder WinAmp das Format unterstützen startet sich nach einem Klick auf den Link je nach den individuellen Einstellungen des Users eines dieser Abspielprogramme. Kurz danach startet dann der Stream und der Surfer hört die Musik.
Die m3u-Playlist kann in der Regel von den Programmen bei Wunsch erzeugt und abgespeichert werden. Am besten funktioniert das mit iTunes und WinAmp. Da eine m3u-Datei eine richtige Playlist ist, könnt Ihr auch Compilations zusammenstellen. Dafür braucht Ihr nur den Link zur Sound-Datei auf einer Webseite in den Software-Player zu kopieren und die Playlist abspeichern. Danach verlinkt Ihr sie in Eurer Webseite und jeder der auf die Datei klickt kann sich die Musik anhören. Eine Beispiel-Compilation könnt Ihr übrigens unter http://www.dj-magazine.de/playlist.m3u ausprobieren und abspielen. In dieser Datei wurde ausschließlich im Netz verfügbare Musik verlinkt. Ein weiterer Vorteil der m3u-Datei ist dass der Player, wenn er die Datei nicht findet einfach den nächsten Song startet. Außerdem können die Zuhörer die Stücke wegskippen und einfach zum nächsten springen.
Last not least…
Damit der Funke bei den Zuhörern so richtig überspringt und keine Fragen offen bleiben, solltet Ihr auf eurer Page neben den Musik/Stream-Links auch noch Verweise zu kostenlosen Software-Playern setzen. Genauso wichtig ist außerdem noch eine niedliche Kurz-Hilfe für die ganz arglosen Anfänger nach dem Motto: »Wenn nichts funktioniert kopier den Link direkt in Dein Abspielgerät.« Service ist alles!
http://dreamchimney.com/mixtapes
http://www.adapteri.com/betoni/index.htm
http://www.dnbradio.net (siehe auch Artikel in letzten Ausgabe des DJ Magazines)