DJ-Auftritte, Chartstürmer und ein korrektes Einkommen
Wenn der Norden rockt!

Jan Christiansen aka Jan Wayne hat das erreicht was sich jeder DJ egal welcher Stilrichtung wünscht: reichlich DJ-Auftritte, eigene Chartstürmer und ein korrektes Einkommen…

Wer Jan Wayne begegnet bemerkt eins zuerst, der Mann ist down to earth. Weder sind ihm seine äußerst erfolgreichen Produktionen zu Kopf gestiegen noch versucht er sich als Trance-Diva zu inszenieren. Sich selbst betitelt er humorvoll als ehemaliges »Landei«, weiß wo er steht und wie er sich hochgearbeitet hat.

Von Abba bis Zappa

Denn Erfolge kommen nicht von ungefähr und entstehen meist aus 90% Arbeit und 10% Zufall bzw. Glück. Angefangen hat dabei die Liebe zur Musik und der Wunsch der Beschallung fremder Ohren ziemlich früh, wie bei uns anderen DJs auch. Erste Versuche und Auftritte entstanden im näheren Umfeld und führten nach Schulauftritten in die »Dorfdisko«. Logisch, dass dort auch kein Pioneer DJM 500 mit feinsten EQs plus zwei Technics wartete, sondern eher das einfachste Material. Aber genau das hat ihm geholfen seinen Job als DJ und Entertainer von der Picke auf zu lernen. Natürlich wollte das Feiervolk in der Disko um die Ecke auch ein gemischtes Programm, da Techno und Trance noch vollkommen in den Kinderschuhen steckten. Außerdem mussten die ersten pitchbaren Plattenteller für zuhause noch ein wenig warten und gelernt wurde dann später erst »nur« auf Nachbauten, weil der Hauptteil der Gage konsequent in neue Platten investiert wurde.

Der Vorteil einer Booking Agentur

Der vielleicht wichtigste Schritt in der Karriere des Ostfriesen war 1992 die Investition und der Eintritt in die Booking Agentur Auenland Events. Zwar macht eine Agentur noch keinen DJ, doch lassen sich hier meist schneller Kontakte zu Kollegen und Künstlern schaffen. »Die Agentur hatte schon damals alle wichtigen Discotheken im Programm und war mir von anderen DJs empfohlen worden. Zwar musst du einen Obolus entrichten und erhält die Agentur von deinen Bookings einen Festanteil, dafür aber bietet sie Dir aber ungemein Vorteile. Dir werden nicht nur die Termine abgenommen, sondern sie kann, wenn Du z.B. krank wirst einen Kollegen schicken. Obendrein hilft sie Dir bei eventuellen Problemen mit dem Veranstalter. Schließlich erwischt jeder mal einen schlechten Tag.«

Den erwischte Jan aber nicht bei seinem ersten vermittelten Auftritt, sondern nutzte die Chance auch wenn ihm ordentlich die Knie schlotterten. »So aufgeregt bin ich später nie mehr gewesen.«, erinnert er sich und schmunzelt.

Hilfreich bei seiner Karriere war auch einer der Discotheken-Besitzer für die Jan arbeitete. Dem war der schlichte Name DJ Jan nicht griffig genug und verwandelte ihn kurzentschlossen in Jan Wayne um. Sicherlich hat auch der Name ein wenig zum Erfolg beigetragen, denn: »Heute ist es wegen Reizüberflutung wichtig einen guten Namen zu haben. Der sollte irgend etwas witziges haben. Dadurch das jeder bei meinem Künstler-Namen Vergleiche und Bilder im Kopf hat, bleibt der einfach besser hängen.«

Die Verantwortung der Cover-Spezialisten

Die meisten Tracks, die der kahlköpfige Plattendreher bisher veröffentlicht hat, sind Coverversionen. Wo die einen vielleicht die Nase rümpfen, weil sie lieber ihre eigenen Tunes komponieren, vertritt Jan die Meinung, dass Coverversionen eine große Herausforderung darstellen und einer ganz eigenen Art der Herangehensweise bedürfen. Schließlich kann man nicht jeden x-beliebigen Song nach eigenem Gutdünken covern, sondern muss beim Künstler oder Verlag anfragen, denen das Cover gefallen muss. »Außerdem hast Du sehr schnell die Musikliebhaber gegen Dich, die das Original lieben.« Sein Augenmerk richtet er vor allem auf ruhigere Stücke, die es so eigentlich nie auf die Tanzfläche geschafft haben, da sie zu ruhig und kuschelig sind. In diesem Ansatz liegt für Jan Wayne auch der Thrill, nämlich dem Original so einen Twist zu geben, dass der Song die Party rockt.

Unter anderem war auch bei der Produktion, die Booking-Agentur ein weiteres Mal hilfreich. Denn das Netzwerk um Auenland Events verknüpft nicht nur DJs und Veranstalter, sondern unterstützte Jan auch bei der Suche geeigneter Produzenten und der Kontaktaufnahme zum wichtigen Partner Kontor Records.

Aktive Fanpflege

Das Web ist für Jan, die Kommunikationsplattform, das ausschlaggebende Medium schlechthin. Clever benutzt er seine Homepage wie einen Satelliten, der sendet und empfängt. Auf der reichhaltigen Webpage erfahren die Fans alles über ihren Star-DJ. Natürlich funktioniert die Seite auch als Promotion-Werkzeug und hält die Surfer über die neuesten Releases auf dem laufenden. Am wichtigsten ist ihm jedoch der Fan-Kontakt und die Fan-Pflege. »Es ist wichtig einen Internet-Auftritt zu haben. Ich bekomme sehr viele Emails und Gästebucheinträge. Mir ist der Kontakt sehr wichtig und ich beantworte alle Emails, die ich bekomme und dass sind viele. Manchmal komme ich nur einmal im Monat dazu und sitze dann auch schon einmal den ganzen Tag vor dem Computer und beantworte die Fragen.« Dadurch bleibt Jan ganz nah am Fan-Geschehen und erfährt von Gerüchten über ihn, bekommt humorvolle Collagen von sich zu Gesicht und nutzt die Möglichkeit Irrtümer aufzuklären. »Ich amüsiere mich über die Geschichten, die da aufkommen. Da fragen mich die Leute, ob ich mich an der Bar geprügelt hätte, schicken mir Bilder, die von mir im Netz herumwandern. Da wundere ich mich das ein oder andere Mal über deren Phantasie und bin aber auch hin und wieder mal betroffen.«

Vor allem aber kann er mit dem von den Medien gehypten und verzerrten Bild eines Stars aufräumen. Natürlich verdient Jan heute gutes Geld, aber Millionen schaufelt er noch lange nicht in seinen Tresor, dass war einmal.