Plattenkritiken
Diverse: Manos Arriba!
Bungalow/ PIAS — CD/ LP
Die Bungalow-Posse versorgt Bigbeatler und Disco-Fun-Punk-Genossen mit einer quirlig-poppigen Tequila-Infusion direkt aus dem mexikanischen Underground. Das ist spaß-betonte Musik mal albern, mal Klassiker wie »Viva Las Vegas« plündernd und immer mit amüsierter Fuck-Off-Attitüde. Nette Gimmicks, aber nicht zeitlos. (ms)
René Breitbarth: Solaris
Treibstoff/ Kompakt — CD/ LP
In Treibstoff Releases sorgen poppige Melodien immer für gute Laune. Doch selten zuvor hat man so die kölschen Vorbilder The Modernist und Wolfgang Voigt gespürt wie hier. Insgesamt eine sehr entspannte und abwechslungsreiche LP ohne Kanten, die sowohl zuhause als auch in der Lounge funktioniert. (ms)
DJ Friction: The Funkybeat EP
Four Music — CD/ EP
Nur zwei Tracks sind neu. Die Alten hörten wir schon auf »Friction«, fanden sie damals wie heute ganz nett und funky, mehr aber auch nicht. Neu ist »Listen Y’All« das mit schnellen Breaks zwischen House-Tracks geschoben sicherlich gut funktioniert. Dagegen ist »Do The Smurph« fader Old-Skool-Elektro ohne zupackenden Groove, der jeden Breaker am Boden kleben lässt. Mager. (ms)
Diverse: Sonar Kollektiv
Sonar Kollektiv/ Zomba — CD/ LP
Das Sonar Kollektiv pflegt seit Jahren internationale Kontakte und erntet weiterhin volle Früchte. Nach drei Jahren ohne Werkschau formieren sich Künstler wie Ras, Jazzanova, Joe Dukie and Fitchie oder Âme und überzeugen mit ihrem multikulturellen Musikentwurf von Dub über NuJazz bis HipHop. Ernste, elegante Tracks mit Deepness. (ms)
Armand van Helden: Funk Phenomena 2K
ZYX — EP
»Funk Phenomena« ist einer der unglaublich frechen Geniestreiche von Armand van Helden: Drumloop, Vocalfetzen und Funkloop plus Filter gleich Hit. Noch heute benutzen DJs gerne den Track und lockern ihr House-Set, aber sicherlich nicht die vollkommen überflüssigen 2K-Remixe. Denen fehlt jegliche Spannungsdynamik des Originals. (ms)
Busta Rhymes: It Ain’t Safe No More
J Records/ BMG — CD/ LP
Nach dem hochgelobten »Genesis« schiebt der Berufsfreak ein Jahr später das nächste Album hinterher. Vollgeladen mit hymnischen Tracks marschiert Busta auf geraden Beats in die Arena. Was folgt sind synthiestrotzende Reimemonster über typisch-abstrakten Beats. Wie immer anstrengend auf voller Albumlänge, jedoch mit jeder Menge Gimmicks und überraschenden Gästen wie z.B. Mariah Carey… (ms)
Erick Sermon: React
J Records/ BMG — CD/ LP
Sehr dem traditionellen Hardcore HipHop verschrieben rollen die Tracks schlicht und geradeaus. Als einer der Wenigen, die die Hände sowohl am Mikro wie an den Mischpult-Fadern haben, rockt Erick Sermon direkt und lässt es bollern. Neben gerade beliebten Latino-Anleihen kitzelt vor allem der Titel-Track »React« feat. Redman mit einem unglaublich-schrägen indischen Sample das Ohr. Rund und gut. (ms)
Diverse: Mars Musik Vol. 2
Four Music — CD/ LP
Aus einer Weltfriedensvision entstanden, hat die Mars-Community um Thomas D nun ihre zweite Compilation produziert. Schippernd zwischen Nujazz-Attitüde, ein wenig Drum’n’Bass-Flavor und chilligem Downbeat-Kitsch lugen meist wenig inspirierende Werke hervor. Das ist zu unausgegoren, träumerisch und nicht waghalsig genug. Wir leben in schwierigen Zeiten für den Weltfrieden. (ms)
Puppetmastaz: Creature Funk
New Noise/ Labels — CD/ LP
Der Sound rockt mal fettig mit einer ordentlichen Portion Nintendo-C64er-Funk oder scheppernd im Wu-Tang-Style. Darüber rotzen Rapper frech versteckt hinter Puppen die größenwahnsinnigsten Reime. Mal eben renoviert die Rap-Muppetshow HipHop mit einer deftigen Portion Humor. Dabei spucken und lispeln sie besser als Method Man und schmeicheln eleganter als Snoop. Großartig durchgeknallt. (ms)