Buchkritik
CyberMedienWirklichkeit – Virtuelle Welterschließungen

Virtualität beginnt im Kopf. Unser Gehirn filtert, konstruiert, interpretiert und formt unsere Wahrnehmung. Schon der Kommunikationspsychologe Paul Watzlawick fragte uns »Wie wirklich ist die Wirklichkeit?« und schrieb in seinem Buch unterschiedliche Essays zum Thema von einer möglichen Kommunikation mit Außerirdischen mittels Mathematik bis hin zu Verschleierungstaktiken der Spionage-Services.

Auch Goedart Palm, der regelmäßig für telepolis.de schreibt, stellt die Frage an den Anfang seines Buches, dass Formen und Fragen der Virtualität in verschiedenen Räumen untersucht. Während er im ersten Hauptkapitel seine virtuelle Wirklichkeitslehre abklopft und vorstellt, Überlegungen anstrengt und wissenschaftlich mit Aussagen anderer Kommunikations- und Medientheoretiker vergleicht, so wird er im zweiten Teil »Virtuellen Passage« des Buches konkreter und beschreibt Virtualität verschiedenster Techniken von E-Mail, virtuellen Museen bis hin zu Suchmaschinen.

»CyberMedienWirklichkeit« geht der Frage nach, wie der Mensch sich durch Technik verändert und wie er mit ihr umgeht. Neben hoch abstrakten Exkursen, gibt es auch leicht lesbare Kapitel. Insgesamt ein Abenteuer, dass einem Gedankengänge mitgibt, die Abstand zu neuen Medien geben, alte Philosophen wie Nietzsche zitiert und einen am Ende ein wenig schlauer scheinen lässt.

Goedart Palm, Telepolis/ Heise Verlag, 19 Euro, ISBN: 3-936931-17-8