Gadget
Der Player ohne Namen
Musik bleibt Musik, aber die Formate ändern sich. Netlabels, DJs und Radio-Shows versorgen einen via Web so fleißig, dass man mit dem Brennen nicht mehr hinterherkommt. Da muss ein neuer Player her und mp3 ist das Format der Zeit. Wer will schon jede Menge CD-Rohlinge das Regal mit ihren Slim-Fast-Hüllen verwüsten lassen, die man eh nicht wiederfindet. Doch den richtigen Player zu finden ist nicht einfach, wenn man nicht mal eben 500 Euro investieren will und sich einen Apfel kauft. Gut klingen soll er, dass reicht.
Auf in die Stadt mit Referenzkopfhörer und schwups stranden wir beim Elektro-Discounter. Fachelektronikhandel gab es einmal. Heute werden dir nur noch Schildchen vorgelesen vom unwilligen sowie unfähigen Dienstvolk, dass einen unwirsch anschaut. Geiz ist Geil. Jaja. Aber frag einen Verkäufer nach einem bis zu maximal 150 €-Gerät und er zeigt mit dem Finger auf das fast teuerste 250 €-Gerät. Die Provision lechzt.
Darf ich mal anhören? Nö, geht nicht, kein Sound drauf, nur bei dem da. OK, anhören, Pop-Gekrächze einen Augenblick dulden, Kehrtwendung marsch, Servicewüste ade!
Zwei Wochen später bei den Gebrüdern Albrecht. Player plus 256MB im Angebot, sprich 120 €. Service bedeutet hier, wenn’de nich willst, gib zurück, kein Problem. Aber zuhause will ich das gar nicht mehr. Denn das kleine Gerät ohne Namen ist irgendwie pfiffig. Neben einem griffigen Gehäuse, tönt es ordentlich, hat eine einwandfrei funktionierende Software, einen EQ mit ausreichend Möglichkeiten und tätärä sogar einen Line-Eingang für Aufnahmen. Da hüpft der Journalist und wird außerdem noch mit einem integrierten Mikro im zwei Streichholzschachteln großen Gehäuse verwöhnt. Für Notizen nebenbei. Die scheppern dann einem leise durch den Minilautsprecher entgegen und lassen sich natürlich auf die Festplatte ziehen.
Was lernen wir daraus?!? Service gibt’s nur noch im Supermarkt zwischen den Dosen, aber auch da wird man manchmal fündig.