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RSS – Ein Leichtgewichtiger Container mit Inhalt räumt auf

Die Informationsflut via Internet ist schier unübersichtlich und erdrückt uns durch geballte Quantität. Surfer brauchen deswegen neue Techniken, um von der Welle nicht erschlagen zu werden. Das Dateiformat RSS verspricht da Abhilfe…

Wir erinnern uns… Vor 10 Jahren, da war das Internet noch eine Mischung aus Militär- und Wissenschafts-Projekt. Vorwiegend tummelten sich dort Technik-Nerds und Wissenschaftler begierig auf Informations- und Datenaustausch. Das Internet war eine sehr elitäre Geschichte…

Wenn man heute ins Netz schaut, verliert man sofort den Überblick. Wo früher Suchmaschinen, ob redaktionell oder per Roboter betreut, einen Überblick gaben, bekommt der Surfer heute gleich einen schier unabsurfbaren Berg von Links und Empfehlungen, wenn er die Maschinen befragt. Kein Wunder also, dass sich durch den Wust von Angeboten bedingt, die »normalen« Webbesucher tendenziell nur noch von Monopol zu Monopol hangeln. Das World Wide Web hat von seiner anfänglichen Semantik viel verloren.

Ordnung soll sein

Deswegen wirbt WWW-Erfinder Tim Berners-Lee für die Weiterentwicklung des Webs. Durch den intelligenten Einsatz von Meta-Daten sollen die Suchroboter selbst in der Lage sein, die besuchten Internetseiten zu sortieren. Als Pfeiler des semantischen Webs sollen vor allem drei Techniken funktionieren, die weit über die Präsentierschablone HTML hinausgehen und die zusammengehörenden Daten miteinander vernetzen. Die Bausteine bestehen erstens aus dem Datencontainer XML (Extensible Markup Language), einer Sprache die plattformübergreifend von allen Maschinen verarbeitet werden kann und als sortiertes Lager für den Inhalt fungiert. Zweitens soll URI (Uniform Resource Identifier) auf eindeutige Weise den Ort der Dokumente im Netz bestimmen und schließlich soll das RDF (Resource Description Framework) für die Zusammenführung der Daten sorgen.

Technik die begeistert

Letzteres wird mittlerweile von vielen Newsfreaks euphorisch genutzt und ist vielen auch unter dem Synonym RSS bekannt. Denn mit RSS bekommt der User als auch Webseiten-Betreiber eine ideale Lösung für die Bereitstellung, den Transport und das Auslesen von Informationspaketen an die Hand. Ähnlich einer txt-Datei ist das Format ein Leichtgewicht, dass alle wichtigen Daten transportiert und von jedem Programm gelesen und ausgewertet werden kann, da es auf der XML-Sprache basiert.

Somit ist RSS ein Protokoll, das Daten transportiert. Diese liegen in kleinen Container innerhalb des Protokolls offen zum Abruf bereit. Die RSS-Feeds befinden sich dann wie HTML-Dokumente auf den Servern zum Abruf bereit. Programme und Applikationen können nun wiederum diese Files downloaden und verarbeiten. RSS erleichtert somit das Verteilen von Nachrichten auch »Syndication« genannt. In der Regel umfasst ein News-Feed eine Überschrift, einen Anreißer und einen Link zum dazugehörigen Dokument.

Mit Hilfe von RSS können somit Programme wissen, um was für Informationen es sich handelt. Das ist dadurch möglich, da der Inhalt innerhalb des Daten-Files genauer erläutert werden kann. Zwar nutzt nicht jede Anwendung sämtliche ergänzende Informationen wie Autor, Erstellungsdatum, Copyrights etc. doch wird das RSS-Protokoll dadurch auch nicht unlesbar. Dies ist mit Hilfe der XML-Grammatik möglich, die eindeutig die Informations-Felder deklariert.

Jetzt wird’s funky

Aber was bringt uns das? Ganz klar: einen Informationsvorsprung und mehr Komfort im Surfer-Sessel. Denn mit Hilfe von News-Aggregatoren lassen sich die RSS-Feeds auslesen und verarbeiten. Und das funktioniert so: Erstens muss man sich für eines der Programme entscheiden, die für einen die Feeds downloaden sollen. Wie immer gibt es Open-Source-, Freeware- und »kommerzielle« Produkte (siehe Box). Nach der Installation möchten die Programme mit Links zu den Feeds gefüttert werden, um sie Euch dann optisch aufbereitet zu servieren. Während manche Programme erst einmal einen Katalog an RSS-Feeds aus dem Netz laden, müsst Ihr Euch bei anderen selbst über das Internet bedienen und die Links per Copy & Paste dem Programm zur Verfügung stellen.

Und nun beginnt das Vergnügen. Innerhalb von Sekunden laden die Programme die neuesten Nachrichten aus dem Netz. Wer seine Feeds hübsch sortiert, erhält in Windeseile einen Überblick was z.B. in der Politik passiert. Wenn man seinen News-Aggregator brav gelehrt hat, dass er die Feeds von Spiegel, Taz, Netzeitung.de, NZZ, Süddeutsche Zeitung, BBC, NY Times etc. einsammeln soll, erhält man anschließend einen Echtzeit-Überblick über die aktuellsten Artikel. Möchte man einen Artikel lesen reicht ein Klick und im Browser erscheint der ausgewählte Artikel. Diese Technik schont die Nerven, konfrontiert die Augen nur bei explizitem Lese-Wunsch mit blinkenden Bannern und verabschiedet sich vom lästigen Absurfen sämtlicher Seiten. Obendrein ist man sogar noch schneller und informierter.

Wo finde ich die Feeds?

Bei den Nachrichtenportale stößt man auf die Links zum News-Feeds meist in der Fußzeile. Eine weitere verbreitete Methode ist das Plazieren einer kleinen, rechteckigen, orangefarbenen Grafik mit dem Schriftzug XML, die direkt mit dem RSS-File verlinkt ist. Massig Feeds findet man vor allem auf Seiten wie syndic8.com oder newsisfree.com. Dort entdeckt sicherlich jeder in einem Pool von mehr als 6.400 Quellen die passenden News-Feeds. Dahingegen hat sich das Quellenverzeichnis daypop.com auf Weblog-Feeds spezialisiert und hat zur Zeit mehr als 59.000 indiziert. Da mittlerweile fast jedes Weblog-System RSS-Daten generiert, kann man nicht nur die Feeds der üblichen Medien abonnieren, sondern auch die von interessanten Weblogs, wie z.B. von de-bug-Schreiber Janko Röttgers: www.mixburnrip.de/xml-rss.php. Oder vom Netaudio-Magazin Phlow.net: www.phlow.net/index.xml ;)

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