Edgedancer von Brandon Sanderson
Edgedancer (Sturmlicht-Chroniken)

Fantasy Buchkritik

Edgedancer von Brandon Sanderson

Die Fantasy-Welt Roschar der Sturmlicht Chroniken von Brandon Sanderson gestaltet sich so komplex, dass die Nebenschauplätze genauso spannend sind, wie der Zyklus selbst. Darum widmet Brandon Sanderson mit »Edgedancer« – in einem für seine Verhältnisse kleinen Buch – seine Aufmerksamkeit der quirligen, faszinierenden und witzigen Lift. Die Sturmlicht-Chroniken konfrontieren den Leser mit einer eigenwilligen Einteilung der Bücher. Die deutschen Bücher mit ca. 800-1000 Seiten untergliedert Brandon Sanderson jeweils noch einmal in drei Teilen. Zwischen diesen drei Teilen springen wir mit dem Autor über den Kontinent Roschar und lernen weitere Charaktere kennen.

Zu Anfang stresst das ein wenig, da Sanderson dadurch eine sehr epische und breit aufgestellte Fantasy-Welt kreiert. Andererseits nutzt er intelligent diese Nebenschauplätze, um den Kosmos der Sturmlicht-Chroniken komplexer zu gestalten und sämtliche Geschichten verknüpfen sich später zu einem großen Ganzen.

So ganz anders, eigenständig und lebhaft…

In einer dieser Zwischenteile taucht Lift, ein junges Mädchen auf, dass auch besondere Fähigkeiten und ein Sprengel als Partner hat. Während der Entwicklung der Sturmlicht-Chroniken wuchs Lift als Charakter Sanderson so ans Herz, dass er ihr Leben und ihren Werdegang in einem eigenen kurzen Band näher beleuchten wollte.

Und dieser kurzweilige Band lohnt sich. Insbesondere da Sanderson plant Lift später eine größere Rolle in der Hauptgeschichte zu geben. Da macht es Sinn und den Leser neugierig, wie denn dieses närrische, flinke und wortgewandte Mädchen zu seinen Fähigkeiten kam.

Vergnügen bereitet »Edgedancer« vor allem darum, weil wir mit Lift einen unbändigen Geist kennenlernen, der sich von der Verkniffenheit, Strenge und den sorgenverzerrten Hauptcharakteren abhebt. Während ich die viel zu wenigen Seiten von »Edgedancer« verschlungen habe, habe ich mich bereits diebisch auf die Begegnung von Lift mit Kaladin, Schalan und Konsorten gefreut. Auch wenn Lift sich in dem kleinen Band wandelt, so erwarte ich mit Spannung, wie sich das Zusammentreffen gestaltet. Denn man ahnt bereits in »Edgedancer«, dass man es hier mit einem starken Charakter mit Tiefgang zu tun hat.

Wortwitze, Dramatik und tiefere Einblicke in Roschar

Lift ist nämlich mehr als eine blendende Diebin und rastloser Geist. Hinter ihrer Verschmitzheit, Verschlagenheit und ihrem Heisshunger auf neue Gerichte steckt viel mehr. »Edgedancer« ist Teil der Metamorphose, schließt diese aber noch lange nicht ab.

Wer »Edgedancer« nicht liest, verpasst humorvolle Wortgefechte und einen Heidenspaß. Schon alleine die Zwiegespräche zwischen Lift und ihrem Sprengel namens Wyndle haben mich immer wieder zum Grinsen gebracht. Nach einem eher humorvollen Teil der Sturmlicht-Chroniken stürze ich mich jetzt auf »Oathbringer«. Es wird jetzt sicherlich wieder düsterer…