Lato versus PT Sans

Typografie

Lato versus PT Sans

Zur Zeit plane ich ein neues Phlow Magazin, dass sich ganz dem Thema »digitales Publizieren« widmet. Weil mir Typografie am Herzen liegt, suche ich zur Zeit die richtige Schrift bzw. die richtigen Schriften. PT Sans und Lato finde ich derzeit zwei spannende Kandidaten für den Fließtext. Ein Vergleich.

Sowohl Lato als auch PT Sans sind beides freie Schriften, die man z.B. über Google Fonts (formerly known as Google Webfonts) in seine Website einbauen kann. Während Lato mit sage und schreibe zehn Schriftschnitten daherkommt, bietet PT Sans vier Schnitte, die üblichen Verdächtigen: Normal, Kursiv, Fett, Fett-Kursiv. Das Spiel mit Schriftschnitten gewinnt somit eindeutig Lato. Wobei man beachten muss, dass jeder verwendete Schnitt zusätzliche Downloadzeit benötigt. Für die Arbeit mit gedruckten Dokumenten sind diese zusätzlichen Schnitte natürlich hervorragend.

Kurz mal draufgeschaut: Lato

When working on Lato, Łukasz tried to carefully balance some potentially conflicting priorities. He wanted to create a typeface that would seem quite “transparent” when used in body text but would display some original traits when used in larger sizes. He used classical proportions (particularly visible in the uppercase) to give the letterforms familiar harmony and elegance. At the same time, he created a sleek sanserif look, which makes evident the fact that Lato was designed in 2010 — even though it does not follow any current trend.

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Kurz mal draufgeschaut: PT Sans

PT Sans is based on Russian sans serif types of the second part of the 20th century, but at the same time has distinctive features of contemporary humanistic designs. The family consists of 8 styles: 4 basic styles, 2 captions styles for small sizes, and 2 narrows styles for economic type setting.

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Charakter von Lato und PT Sans

Die zwei herausstechenden Unterschiede zwischen Lato und PT Sans sind…

  1. Schriftlaufweite – Abstand der Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen zueinander.
  2. »Weiblichkeit« der Lato

Mit PT Sans bekommt man also mehr Zeichen pro Zeile untergebracht, was ich erst einmal nicht als Vorteil sehe. Schließlich gibt es für Webseiten nach unten keine Begrenzung im Gegensatz z.B. zu einem DIN A4-Blatt. Was mir bei der Lato gefällt – und die ist definitiv zur Zeit mein Favorit – sind die runden Formen, ich nenne es mal »Weiblichkeit«. In der Regel empfindet oder kennt man Sans Serif-Schriften eher als unterkühlte, zurückhaltende und förmliche Schriften – z.B. Helvetica, Arial, Verdana.

Abwechslung, die ein wenig Flair in einen Sans Serif-gesetzten Text bringt, finde ich darum als angenehm. Darum mag ich unter anderem auch die Open Sans, so gerne. Die Open Sans wirkt ja auch sehr freundlich, wie ich finde.

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Lato versus PT Sans: Zeichenvergleich

Zu Anfang empfindet man die Werkzeuge von Google Webfonts ein wenig sperrig. Hat man dann endlich das Konzept geblickt, lassen sich Fonts gut vergleichen und auf Unterschiede überprüfen – siehe Screenshots.

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Die obigen Buchstaben und Zeichen zeigen die größten Unterschiede auf den ersten Blick. Das Q der PT Sans finde ich nicht wirklich gelungen. Wohingegen die PT Sans beim kleinen l, y und dem ß punktet. Diese kleinen Schlenker beim Auslaufen der Buchstaben finde ich nicht nur schön, sondern heben die Buchstaben ab, besonders beim kleinen l finde ich das wichtig.

Pluspunkte bekommt Lato wiederum für das &-Zeichen. Das fällt einfach aus dem Rahmen, was mir gefällt. Nur ein Detail, aber auch ein wenig besser gelöst sind die Klammern, die ein wenig höher gesetzt sind. Schließlich sollen Klammern, einklammern und in meinem Empfinden nicht auf der gleichen Höhe mit den großen Buchstaben abschließen.

Aus dem Bauch heraus gefällt mir die Lato immer noch ein wenig besser, obwohl dieses kleine l schon schöner ist…

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