Spenden ohne Spendengeld zu verschwenden

Entwicklungshilfe

Spenden ohne Spendengeld zu verschwenden

Ein viel zu großer Teil von Spenden für die Entwicklungshilfe versickert in der Verwaltung der jeweiligen Organisationen. Wenn ich Geld spende, möchte ich im folgenden Jahr keinen UNICEF-Katalog bekommen oder unnötig Mitarbeiter in einer Zentrale bezahlen. Ich möchte, dass mein Geld direkt zu den Entwicklungsprojekten gelangt. Außerdem wäre es schön, wenn ich anstelle von Geld eigene Zeit investieren könnte, um dem Projekt zu helfen. 2009 habe ich eine perfekte Lösung gefunden.

Wenn ich mich richtig erinnere, dann versickert bei großen Hilfsorganisationen oftmals bis zu 40% in der Verwaltung und im Marketing, um neue Spendengelder zu aquirieren. Das Korruptionsthema ignoriere ich jetzt einfach mal. Egal, ob die Zahl stimmt oder nicht: Fakt ist, dass Spendengelder nicht direkt in ein Projekt fließen, sondern Geld abgezweigt wird. Natürlich hat das alles auch einen Sinn. Ich möchte aber, dass mein Geld oder meine Hilfe komplett ankommt, ohne Streuverluste. Und das gelingt mir seit 2009 so…

Ein (Aus)Flug nach Brasilien

2009 hatte ich das große Glück, dass Projekt Mandacaru in dem kleinen Städtchen Pedro II kennenzulernen. Mandacaru ist ein Bildungszentrum von Brasilianern für Brasilianer. Die einzige Deutsche, die bei Mandacaru seit Anbeginn dabei ist, ist Maria Platen. 2009 scheuchte Sie uns in zehn Tagen durch die zahlreichen Projekte, die Mandacaru betreibt. Mit ihrer deutschen Gründlichkeit, die dem Projekt über die Jahre sehr geholfen hat, trieb Sie auch uns von einem Ort zum anderen. Wir mussten alles sehen. Wir waren beeindruckt.

Die zehn Tage in Pedro II waren anstrengend. Neben außergewöhnlicher Gastfreundschaft, der bekannten brasilianischen Lebensfreude, haben uns einige Dinge aber auch schockiert und andere zum Nachdenken gebracht. Vor allem jedoch hat uns die aufopfernden Arbeit beeindruckt. Mandacaru betreibt einen Kindergarten, um Familien zu stärken. Mandacaru führt die Ökoschule Thomas a Kempis für moderne und nachhaltige Landwirtschaft in der Halbtrockenzone. Und als drittes großes Projekt gilt der Zisternenbau in den Außenbereichen. Dort, wo es kein fließendes Wasser gibt. Dort, wo einfache Bauern leben und oft sandigen oder trockenen Boden beackern.

Sämtliche der in den zehn Tagen erlebten Eindrücke hinterließen einen tiefgehenden Abdruck. Unter anderem auch den, dass Spenden helfen. Vor allem dann, wenn die Menschen vor Ort selbst entscheiden können, wofür das Geld eingesetzt werden soll. Schließlich wissen sie, was dringend gebraucht wird. Sei es für einen neuen Reifen am Jeep, um überhaupt die Projekte zu besuchen und zu betreuen oder sei es das Honorar für die Lehrer der Ökoschule.

Was ich dazu tue – eine Website für Mandacaru

Fast jedes Jahr besuchen Mitarbeiter von Mandacaru Deutschland. Denn in Deutschland gibt es den Missionshilfe Pedro II, Brasilien e.V., der Mandacaru unterstützt. Bei Ihren Besuchen reisen meist zwei BrasilianerInnen quer durch Deutschland und erklären und zeigen was Mandacaru macht, wie Spenden investiert werden und welche Hilfe die Projekte noch gebrauchen können.

Geld habe ich bis jetzt nicht wirklich nennenswert gespendet. Ich investiere Zeit und helfe mit den Werkzeugen, die ich am Besten bediene: Computer und Internet.

Bei einem dieser Besuche, 2011, habe ich dann gemeinsam mit Neto und Valmir die Website für Mandacaru aufgebaut. Nach zwei Nachmittagen stand die Website und wird seitdem selbstständig betreut. Sie basiert auf WordPress.com und die einzige Sonderfunktion, die ich jedes Jahr dazukaufe ist die eigene Domain cf-mandacaru.org. Dank WordPress.com fällt so gut wie keine Arbeit an. Und, was das großartigste ist: Die Website wird rege genutzt.

Oft und gerne zeige ich in Workshops die Website und demonstriere, wie rege Mitarbeiter – in vorderster Front Neto Santos – Beiträge schreiben und die eigene Arbeit dokumentieren. Mehr als die Meisten meiner Studenten der letzten Jahre, haben die Brasilianer den Sinn eines Blogs verstanden und genutzt.

Eine Website für den Verein

Für den Verein Missionshilfe Pedro II, Brasilien e.V. habe ich dann endlich letztes Jahr eine ordentliche Website gebaut. Die statische Website baue ich mit Jekyll und stelle die Inhalte online. Die Website verfolgt drei Ziele:

  1. Vorstellung des Vereins
  2. Abruf des Pedro Ponte Magazins
  3. Sammeln von Spenden

Gestern habe ich die Website aktualisiert, das neue Pedro Ponte Magazin online gestellt, ein wunderbares Video von Mandacaru auf YouTube hochgeladen und das Theme optimiert.

Die Tage verschicke ich dann noch den Newsletter, der leider noch nicht wirklich viele Interessenten gefunden hat. Wenn Du gerne ein Projekt unterstützen möchtest, dann halte Dich mit dem Newsletter auf dem Laufenden. Wir verschicken Ihn ein- oder maximal zweimal im Jahr.

Und jetzt bist Du dran…

Mach die Welt ein wenig schöner und teile. Am Einfachsten geht das mit einer Spende und die Spenden an den Verein – ich bin kein Mitglied – gehen direkt nach Brasilien, denn alle Vereinsmitglieder arbeiten ehrenamtlich. Und weil die Schwester meiner Freundin Vorsitzende ist, verbürge ich mich dafür.

Helfen, Freuen & Spenden ›für