Phlow Magazin Neustart

Open Source Magazin für Webdesign, Journalismus & Social Media

Ich traue mich endlich an einen Neustart des Phlow Magazins. Alte Brücken breche ich ab, neue baue ich und starte einen Open Source-Versuchsballon. Denn für die ersten 365 Tage verspreche ich ein digitales Magazin, dass zu 100% einsehbar und reproduzierbar ist: Das gilt für Design und Inhalte. Alle Rechte liegen trotz Open Source bei mir. Fürs erste. Und so gehe ich das Projekt an…

Seit Jahren will ich mein altes Phlow Magazin zu neuem Leben erwecken. Heute ärgere ich mich sehr über meinen Fehler, dass ich das Phlow Magazin irgendwann habe schleifen lassen. Die größte Ausrede waren andere Jobs, die zweitgrößte Ausrede war Perfektionismus.

Dank dieser beiden Fehler habe ich eine – ich möchte es schon Community nennen – eine Community und Stammleserschaft vergräzt. Das tut mir leid, dass ärgert mich sehr. Denn es war immer großartig, die Kommentare zu lesen, die oftmals Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge hatten. Schließlich waren es oft die Kommentare, die den Spaß am Bloggen und Publizieren maßgeblich vorangetrieben haben. Sie gaben mir und den anderen Schreibern das Gefühl, das hier hat Relevanz, da hört jemand zu.

Leider ist dank der sozialen Medien diese Kommentarkultur eingeschlafen. Fand ich früher auf vielen Blogs zahlreiche Kommentare, selbst bei kleinen Blogs, so findet heute im Kommentarfeld kaum noch Diskussion statt. Verkürzt passiert dies auf Twitter, ungesehen auf Facebook.

Schritt für Schritt zum neuen Magazin

Das neue Magazin wird sich nicht, um die zwei alten Themen Musik und Netzkultur drehen. Digitale Kultur liebe und lebe ich zwar heute immer noch, aber davon kann ich nicht leben. Auch drehten sich meine letzten fünf Bücher im Grunde nie darum. Die große Klammer bei mir lautet: Wie publiziere ich digital am Besten und professionellsten?

Und genau darum wird es sich drehen. Um drei andere hauptsächliche Lieblingsthemen von mir: Webdesign, Journalismus und Social Media. Wahrscheinlich kommt noch ein viertes Thema dazu: digitale Bildung.

Ich bin nämlich sehr von der Idee angetan – weil ich es selbst so lebe und mache – das Menschen sich selbst über digitale Wege weiterbilden. Sei es YouTube, Blogs, Magazine, oder, oder, oder… Natürlich liegt das nicht jedem, aber ich finde diesen digitalen Ozean mit all seinem aufrufbaren Wissen großartig und ich profitiere täglich davon und trinke.

Jetzt haben wir also die Eckpfeiler. Leider habe ich immer noch keinen so griffigen Slogan, wie für das alte Magazin. Denn Magazin für digitales Publizieren hört, liest sich nicht und diejenigen, die dann das erste Mal in die Website stolpern verstehen es nicht.

Magazin für digitale Bildung klingt auch mehr nach universitärem Komplex, als Spaß. Darum wird der Slogan erst einmal eine Auflistung der Themen sein: Webdesign, Journalismus, Social Media. Schließlich sind das auch genau die Kerngebiete mit denen ich meinen Lebensunterhalt in meinen Seminaren verdiene und die mich seit mehr als einem Jahrzehnt begleiten.

Ich kann News-Bizniz nicht leiden

Eine traurige Tatsache meiner ersten drei Bücher ist die: Sie sind bereits nach zwei Jahren veraltet gewesen. Und als ich damals Weblogs, Podcast & Online-Journalismus für die Neuauflage überarbeitet habe, waren sicherlich 70% der genannten Links tot. Auch hatte sich das Wissen überholt: das Internet steht nicht still.

Noch schlimmer ist es mit dem Nachrichtengeschäft. Als Journalist habe ich noch nie das Nachrichtengeschäft gemocht. Vor allem, weil Nachrichten, bereits in dem Moment ihres Erscheinens alter Tobak sind. Nachhaltigkeit liegt mir mehr. Wenigstens eine etwas längere Lebensdauer des Geschriebenen.

Natürlich interessieren mich Trends, ich verfolge sie jeden Tag. Aber die soziale Spielwiese, die gerade in ist, kann schon nächstes Jahr tot sein – siehe Ello. Ich kümmere mich darum eher den Grundlagen von Webdesign, Journalismus und Social Media.

Deshalb richte ich die Inhalte des Magazins grundlegender aus und schreibe vielleicht eher für ein Anfängerpublikum oder Fortgeschrittene. Somit veröffentliche ich grundlegende Beiträge, wie z.B. die wichtigsten ersten Schritte bei der Bearbeitung eines Bildes. Oder – den Text gibt es bereits schon – »Wie schreibe ich eine Nachricht?«. Gespannt lerne ich gerade selbst sehr viel über Typografie und träume von einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man Typografie mit HTML und CSS lernt.

Ich kümmere mich vor allem auch in eigenem Interesse um die Grundlagen. Schließlich weiß ich vieles selbst noch nicht. Und für mich ist die erfolgreichste Methode etwas zu lernen, die, dass ich eine anderen etwas erkläre. Denn dazu muss ich das Thema, die Technologie, die Technik erst einmal selbst verstehen.

Was wird besonders sein?

Ich starte einen Versuch. Das Phlow Magazin wird und ist ein Open Source-Magazin. Jeder kann in den Code und die Inhalte reinschauen. Wo? Auf GitHub. Jeder kann Artikel verbessern. Wie? Indem er mir so genannte Pull Requests schickt. Jeder kann sich das komplette Magazin herunterladen. Wie? Einfach das ZIP des Repositories runterladen. Und wie wird die Website zusammengebaut? Haha, einige haben es vielleicht bereits geahnt: Mit Jekyll und meinem Feeling Responsive-Theme, dass auch Open Source ist.

Eines ist mir aber wichtig zu betonen: Auch wenn die Inhalte Open Source sind, bedeutet das nicht, dass die Inhalte frei sind. Die Rechte an den Inhalten gehören mir oder den Autoren.

Und so gehe ich vor: Salami-Taktik

Ich bin ein großer Fan der Salami-Taktik. Wenn ein Vorhaben zu groß ist, dann sollte man es in so viele kleine Scheibchen zerschneiden, dass man einfach eine Scheibe nach der anderen abarbeiten kann. So genießt man Erfolgserlebnisse und kommt tatsächlich voran.

Außerdem werde ich die Technik des Komikers Jerry Seinfeld anwenden und jeden Tag am Magazin arbeiten. Dabei kommt es nicht darauf an, super produktiv zu sein, sondern kontinuierlich einen Baustein auf den anderen zu setzen. Das motiviert, man wird besser und lernt schrittweise und vor allem kontinuierlich.

Phlow GitHub Streak

Dazu werde ich mich selbst überprüfen können und ihr auch. Mit Hilfe des GitHub-Streaks – siehe Grafik. Anhand des GitHub-Streaks liest man ab, wie fleissig ein Programmierer war. Robert Kowalski1 und Dave Yarwood2 beschreiben ihre Erfahrungen mit dem Streak und das ganze hat mich inspiriert.

Commit für Commit: Und vorgestern habe ich bereits losgelegt

Das Phlow Magazin findet Ihr unter magazin.phlow.de und wenn alles gut geht, dann leitet Euch HostEurope immer brav zu GitHub und das CDN von GitHub beliefert Euch schnell und unkompliziert. Achso, derzeit ist noch nicht viel zu sehen, aber jeden Tag – so hoffe ich – geht es ab jetzt einen Schritt nach dem anderen voran. Auf GitHub-Slang: Commit nach Commit.

PS: Und die Fortschritte dokumentiere ich im Phlow Magazin Blog.

Dialog & Diskussion