»Gone Girl« – Boshafter Thriller mit zahlreichen Twists

Filmkritik

»Gone Girl« – Boshafter Thriller mit zahlreichen Twists

»Gone Girl« von David Fincher ist einer der herausragenden Thriller. Trickreich erzählt, stimmig geschauspielert und handwerklich hervorragend gefilmt und geschnitten.

Genres wie das Thriller-Genre sind eigentlich ziemlich abgegrast. Hat man viele Thriller gelesen bzw. gesehen, so kennt man viele Variationen. Sieht man dann einen neuen Film, liest man ein weiteren Thriller, dann sitzt dieses Wissen erwartungsvoll im Hinterstübchen. Permanent vergleicht man – ohne es oftmals zu wollen – die aktuelle Geschichte mit diesem Vorwissen.

»Gone Girl« – Neue fesselnde Ideen

Die meisten Geschichten begehen dann zwei Fehler: Entweder sie greifen auf bekannte Wendungen im Geschehen zurück oder sie überdehnen das »Mögliche«. Das Resultat ist zwar verschieden, aber am Ende das Gleiche: die Geschichte funktioniert und überzeugt nicht. Während man beim ersten Fehler nicht überrascht wird – was man sich wünscht –, so strapaziert der zweite Fehler die Geduld und das Gehirn steigt aus und meint: »Nee, das ist jetzt zu übertrieben.«

»Gone Girl – Das perfekte Opfer« von David Fincher (IMDB) (Wikipedia) ist das genaue Gegenteil. Wie schon in »Fight Club« entwickelt David Fincher eine außergewöhnlich boshafte Geschichte. Gemeinsam mit seinen zwei Hauptdarstellern Ben Affleck und Rosamund Pike navigiert seine Thriller-Geschichte nah am Rand des Möglichen, kippt aber niemals und hält einige irre Drehungen bereit, die wir Zuschauer vollkommen nachvollziehen können. Und uns natürlich freuen.

Der besonderste Kniff dieses düsteren, unterhaltsamen und faszinierenden Thrillers ist die eigentliche Auflösung, die einen nach dem Film in den Sessel versinken lässt und man denkt einfach nur: »Geil, wie gemein ist das denn!«

»Gone Girl« ist also einer dieser wunderbaren Ausnahme-Thriller, die auf voller Länge überzeugen und während der Entwicklung der Geschichte zahlreiche Drehungen offenbaren, die stimmig sind. Dazu kommt dann noch das exzellente Filmhandwerk von David Fincher, die überzeugenden Darstellungen von Ben Affleck und Rosamund Pike und sämtliche ihrer Schauspielerkollegen. Gäbe so doch einfach nur mehr solcher Filme…

Filmkritiken

Dialog & Diskussion